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Ein aktueller Marktausblick vom Finanzberater und Vermögensverwalter Lazard Asset Management zeigt, dass die derzeitige Hausse an den Finanzmärkten in erster Linie künstlich herbei geführt sei.

Nachdem die deutliche globale Konjunkturabschwächung im zweiten Halbjahr 2018 zu einem Ausverkauf praktisch aller Risikoassets geführt hatte, kam es im ersten Quartal dieses Jahres zu einer heftigen Gegenbewegung. Praktisch alle Assetklassen erlebten eine beachtliche Rallye. Die meisten Aktienmärkte verzeichneten zweistellige Zuwachsraten – und auch die Rentenmärkte zeigten eine äußerst positive Wertentwicklung.

„Die Weisheit ‚Don’t fight the Fed‘ bewahrheitet sich wieder einmal“, betont Werner Krämer, Chef-Makroökonom bei Lazard Asset Management. Der gegenwärtige Aufschwung an den Kapitalmärkten sei jedoch eine künstliche Verlängerung des Bullenmarktes der letzten zehn Jahre durch die Zentralbanken. „Die Zentralbanken müssen den Versuch, ihre Geldpolitik zu normalisieren, wieder aufgeben. Ein selbsttragender Aufschwung ohne Zentralbankgeld scheint nicht mehr möglich“, so Krämer.

Konjunkturschwächen sind real

 

Davon profitierten momentan auch die Risikomärkte: Es herrsche eine ‚Risk on‘-Mentalität, wodurch der kurz- bis mittelfristige Ausblick für Risikoassets positiv sei. „Doch auch wenn die Bewertungen vieler Assetklassen hoch sind, sind die Konjunkturschwächen wirklich, die politischen Risiken real und jeder Aufschwung letztlich endlich“, erläutert Krämer. Er empfiehlt Anlegern, die gegenwärtige Hausse in vielen Assetklassen für eine Umschichtung in weniger risikobehaftete Anlageklassen wie Global Fixed Income oder Scandinavian Fixed Income zu nutzen.

Insbesondere für deutsche Investoren sei eine globale Diversifikation aufgrund der wieder erreichten Niedrigzinsen in Deutschland naheliegend. „Im anhaltenden Niedrigzinsumfeld der Eurozone (ohne Italien) sind die Renditevorteile der Rentenmärkte außerhalb der Eurozone stetig angewachsen. Aus Eurozonen-Sicht sind skandinavische oder globale Renten damit sehr interessant“, erklärt der Ökonom. Allerdings müssten Anleger auf die hohen Hedge-Kosten achten. Sie seien in vielen Konzepten ein Problem, sodass dem Währungsmanagement eine wichtige Rolle zukomme. „Langfristig könnte die geänderte Geldpolitik der Fed aber dazu führen, dass die Hedge-Kosten wie zuletzt geschehen weiter zurückgehen“, prognostiziert Krämer.

Titelfoto: pfluegler photo -stock.adobe.com

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de