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Ist diese Hürde erst einmal genommen, so werden die Erfahrungen, die kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) mit einem Börsengang und der Börsennotiz machen, häufig äußerst positiv bewertet. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine aktuelle Studie des Deutschen Aktieninstituts (DAI): Die von den befragten Unternehmen genannten Vorteile der Börsennotierung reichen von der verbesserten Finanzierung bis zur Reputationssteigerung und zu höherem Bekanntheitsgrad von Unternehmen wie Produkten. Die Mehrheit der befragten Unternehmen konnte ihre Umsätze nach dem Börsengang um mehr als 50% steigern und fast die Hälfte hat das Personal deutlich aufgestockt.

Regulatorisches Umfeld muss passen

Für den Erfolg mittelständischer Familienunternehmen an der Börse ist das regulatorische Umfeld von nicht unerheblicher Bedeutung: mit dem Projekt der Kapitalmarktunion trägt die EU dem Rechnung, indem sie die Kapitalmarktfinanzierung insbesondere von KMU fördern will. Mit den durch die Marktmissbrauchsverordnung eingeführten Transparenzverpflichtungen ist daneben der allgemeine Freiverkehr aufgewertet und dem Transparenzniveau des Regulierten Marktes vorsichtig angenähert worden. Dies kommt Investoren wie Emittenten gleichermaßen zugute, da hiermit neue Investorenkreise erschlossen und damit Investments in Werte des Freiverkehrs gefördert werden. Ein ähnliches Konzept verfolgen seit vielen Jahren die Spezialsegmente des Freiverkehrs, wie m:access der Börse München oder der frühere Entry Standard und Scale der Deutschen Börse. Exemplarisch schafft das seit 2005 etablierte Mittelstandssegment m:access mit seinen Zugangsvoraussetzungen und Folgepflichten die richtige Balance zwischen den Bedürfnissen von KMU, schnell, unbürokratisch und zu überschaubaren Kosten an die Börse zu gehen, und den berechtigten Interessen von Anlegern nach ausreichender Transparenz beim Being-public, um ihre Investitionsentscheidung treffen zu können.

Dass diese Idee insbesondere für Familienunternehmen funktioniert, zeigen erfolgreiche Emittenten im m:access: z.B. Mensch und Maschine, die Baader Bank, die Merkur Bank KGaA, GIEAG oder STEICO sind nur einige der mittlerweile am Kapitalmarkt etablierten Familienunternehmen. Sie nutzen die Kommunikation mit Investoren und Analysten, wie etwa auf den Analystenkonferenzen der Börse München, gefordert, aktiv. Hiervon profitieren im Ergebnis – und ablesbar am Kurszettel – Emittenten wie Anleger.

Fazit

Familienunternehmen an der Börse können zur Erfolgsstory werden, wenn das Going- und das Being-Public gelebt werden und die regulatorischen Rahmenbedingungen passen – denn dann kann zur Entfaltung kommen, was Investoren an Familienunternehmen so schätzen: eine Beteiligung am Lebenswerk eines (Familien-)Unternehmers mit Herz, Verantwortung und Engagement!

Dr. Rainer Wienke ist Direktor Primärmarkt des Mittelstandssegments m:access der Börse München. Der Artikel erschien zuerst in der April-Ausgabe des GoingPublic Magazins.

 

 

Über den Autor

Die GoingPublic Redaktion informiert über alle Börsengänge, Being Public, Investor Relations, Tax & Legal, Themen und Trends rund um die Hauptversammlung sowie Technologie – Finanzierung – Investment in den Lebenswissenschaften.

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