Bahn-Chef Rüdiger Grube werde in der Aufsichtsratsitzung Mitte Dezember empfehlen, von den geplanten Börsengängen / Abspaltungen der beiden Tochtergesellschaften nunmehr doch abzusehen. So jedenfalls wird Grube in jüngsten Medienberichten zitiert.

Das HandelsBlatt hatte schon Ende September offenbar richtig gelegen, als man orakelte, dass die Deutsche Bahn die beiden Abspaltungen doch fallen lasse. Das HandelsBlatt berief sich schon damals auf ein Aufsichtsratsmitglied.

Ursprünglich wollte die Bahn – nach dem ihrerseits geplatzten Börsenversuch 2008 weiterhin im Staatsbesitz – ihre Töchter Arriva und die Logistikeinheit Schenker an die Börse auskoppeln und damit rund 4.5 Mrd. EUR einspielen. Es gilt einen Schuldenberg von ca. 20 Mrd. EUR zu erleichtern.

Als Generalgrund nannte Grube natürlich den BrExit, der die „Situation fundamental geändert“ habe. Details blieb er indes schuldig. Ob der BrExit überhaupt je stattfindet, steht noch auf einem anderen Blatt, wird aber offenbar in Berlin als sicher interpretiert, zumindest wenn es um die Begründung ansonsten wenig begründbarer Entscheidungen geht.

Das ‚Modernisierungsprogramm‘ der Bahn endet damit vorerst abermals in einem Sackbahnhof.

Immerhin schießt der deutsche Staat rund 1 Mrd. EUR in die Deutsche Bahn ein, eine weitere Tranche von rund 1.4 Mrd. EUR sei wohl in Aussicht gestellt.

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