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Mit dem angestrebten Börsendebut von TeamViewer in der nächsten Woche steht endlich wieder ein größeres IPO in Deutschland an. Mit dem avisierten Emissionsvolumen von bis zu 2,3 Mrd. EUR käme die Göppinger Softwareschmiede fast in den Bereich des Industriekolosses Knorr-Bremse, der im Oktober letzten Jahres 3,8 Mrd. EUR umsetzte und wäre das größte Tech-IPO seit Infineon vor 19 Jahren.

Börsengang

Nach dem holprigen Start im Juni von Traton und insbesondere der Global Fashion Group sehen bislang die Erfolgschancen beim IPO von TeamViewer recht gut aus. Seit Beginn der Zeichnungsfrist letzte Woche trifft der Börsengang dem Vernehmen nach bereits auf reges Interesse, sei Orderbuch der Konsortialbanken war – angeblich – bereits am ersten Tag voll und die offerierten Anteilsscheine überzeichnet.

Insgesamt werden bis zu 84 Mio. Aktien aus dem Bestand des Altaktionärs Permira zu einer Preisspanne zwischen 23,50 und 27,50 EUR angeboten, die bis zum 24.September gezeichnet werden können. Das Beteiligungshaus hatte TeamViewer 2014 für 870 Mio. EUR übernommen. Erster Handelstag ist voraussichtlich der 25. September. Goldman Sachs International und Morgan Stanley fungieren als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners, Barclays als Joint Bookrunner sowie RBC Capital Markets als Co-Lead Manager.

Emissionserlös von bis zu 2,31 Mrd. EUR

Das Angebot teilt sich auf in 60 Mio. Inhaberaktien aus dem Basiangebot, einer Erhöhungsoption von 15 Mio. sowie bis zu 9 Mio. Aktien im Rahmen einer Greenshoe-Option. Somit könnte sich ein Emissionsvolumen zwischen 1,41 und 2,31 Mrd. EUR ergeben, die Marktkapitalisierung läge bei 4,7 bis 5,5 Mrd. EUR. Damit wäre TeamViewer in einer Liga mit einer Reihe von MDax-Unternehmen. Im Falle einer vollständigen Zuteilung der Aktien läge der Streubesitz bei 42%. Wie üblich besteht seitens des TeamViewer Managements und des Anteileigners eine Lock-Up-Frist von 180 Tagen. Eine Dividende ist kurzfristig noch nicht in Planung, bis 2020 will das Management ausschließlich ins Wachstum investieren. CEO Oliver Steil dazu: „Danach werden wir sicher darüber nachdenken, ob wir weitere lohnenswerte Investitionschancen sehen oder ob wir einen Teil des Cashflows an die Aktionäre ausschütten können.“

CEO Oliver Steil

Angesichts einer Marktkapitalisierung von bis zu 5,5 Mrd. EUR ist das IPO für Permira ein gutes Geschäft, schließlich hat sich der Beteiligungswert versechsfacht. Der üblichen leisen Kritik im IPO-Vorfeld, dass dem Unternehmen selbst kein Geld zufließe, entgegnet das Management mit der hinreichend hohen Profitabilität von TeamViewer. Die hohen Cashflow Bestände sollen das künftige Wachstum selbst finanzieren.

Oliver Steil nochmal: „Gemeinsam mit unseren innovativen Kunden und unserem hoch motivierten Team hat sich TeamViewer von einer lokalen Einzelapplikation zu einer global führenden Plattform zur Vernetzung von Geräten entwickelt. Der Börsengang ist für uns der nächste logische Schritt, um unser volles Potenzial zukünftig als börsennotierte Gesellschaft auszuschöpfen. Dabei werden wir uns weiter voll auf die Umsetzung unserer Wachstumsstrategie fokussieren. Diese beinhaltet den Ausbau der zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten, der Kundensegmente einschließlich der Lösungen für Großunternehmen sowie unserer globalen Reichweite.“

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