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Das Geschäft mit Computertomografen und Röntgengeräten ist für Siemens ein Filetstück: Noch vor Ostern wird Siemens Healthineers als eigenständiges Unternehmen an die Börse entlassen. Die Neuemission ist auch für Privatanleger interessant.

Mit einem Volumen von maximal 4,65 Mrd. EUR handelt es sich um den viertgrößten Börsengang aller Zeiten in Deutschland. Angeboten werden bis zu 150 Mio. Stammaktien – davon sind knapp 20 Mio. Papiere für mögliche Mehrzuteilungen vorgesehen. Alle kommen vom Mutterkonzern, es wird also keine neuen Aktien geben – und damit keinen Erlös für die Konzerntochter. Die Preisspanne liegt zwischen 26 bis 31 EUR je Wertpapier. Insgesamt werden jetzt nur max. 15% der Aktien an die Börse gebracht.

Das ist nicht so viel, wie man ursprünglich erwartet hatte: Eigentlich sollten bis zu 25% der Anteile verkauft werden, zumal bei möglichen Indexzugehörigkeiten auf den Streubesitz abgestellt wird, nicht die MarketCap an sich. Die Mehrheit will der Mutterkonzern auf jeden Fall langfristig behalten. Eine Nachbesserung ist also schon heute absehbar – die jüngste Volatilität an den Börsen scheint einen Strich durch die anfänglichen Bewertungen und Vorhaben gemacht zu haben.

Börsengang

Am 16. März sollen die Aktien erstmals im Prime Standard der Frankfurter Börse notieren. Deutsche Bank, Goldman Sachs und J.P. Morgan wurden als Joint Global Coordinators mandatiert. Zusammen mit BNP Paribas, BofA Merrill Lynch, Citigroup und der UBS Investment Bank arbeiten sie zudem als Joint Bookrunners. Berenberg, Commerzbank, HSBC, Jefferies, Nordea, RBC und UniCredit sind als Co-Lead Manager mit dabei.

Die Erlöse je nach Ausgabepreis – 3,9 Mrd. bis 4,65 Mrd. EUR – gehen vollständig an den Mutterkonzern, Healthineers selber fließen keine Finanzmittel zu. Allerdings will Siemens zum Börsengang etwa die Hälfte der Schulden seiner Erlanger Tochter zurückzahlen, um ihr einen größeren Spielraum für Übernahmen mit auf den Weg zu geben.

Ein Börsenwert von bis zu 31 Mrd. EUR macht Healthineers zu einem heißen Kandidaten für den DAX, dem bereits der Mutterkonzern selbst sowie seine ehemalige Tochter Infineon angehören. Konzernteile über die Börse profitabler zu machen, hat bei Siemens Tradition: Den Anfang machten 1999 die Bauelemente unter dem Namen Epcos, die Mutter blieb bis 2006 Minderheitsaktionärin. Im Jahr 2000 ging die Chiptechnik als Infineon an die Börse – sechs Jahre später verkaufte Siemens seine letzten Anteile. Und 2013 folgte die Lichtsparte Osram, an der Siemens heute noch 18% hält.

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