Die wichtigsten Auslandsmärkte der Cyan-Gruppe sind Österreich, Polen und Kroatien. „40% vom Umsatz erzielen wir derzeit in Österreich, 60% in anderen Ländern“, sagt Sieghart. „Wir gehen davon aus, dass unsere internationalen Umsätze in Zukunft besonders stark wachsen.“ Bisher werden sie zum Großteil mit T-Mobile Austria in Österreich erzielt – laut Wertpapierprospekt zu über 75%. Dieser Exklusivvertrag läuft noch bis Ende 2021. Ab 1. Juli ist die Exklusivität nur noch verpflichtend, wenn T-Mobile Austria mit Cyan-Produkten einen Umsatz von mindestens 2,4 Mio. jährlich erzielt.

Im März 2018 vereinbarte Cyan eine Zusammenarbeit mit dem Mobilfunkdiscounter I-New Unified Mobile Solutions. Zu deren Kunden gehören Media Markt Mobil und Saturn Mobil in Österreich sowie Virgin Mobile in Kolumbien, Chile, Mexiko und Peru. Die Sicherheitssoftware soll in 20 Kundeninstallationen von I-New integriert werden. „Dies ist ein wichtiger Meilenstein für Cyan“, freut sich CEO Peter Arnoth.

Mittelverwendung

Mit dem Emissionserlös sollen die restlichen 49% der Cyan Security Group erworben werden, die derzeit als Holding der operativen Geschäftseinheiten fungiert. Das Management schätzt den Preis dafür auf 26 Mio. EUR. Bleiben noch IPO-Erlöse übrig, soll das Geschäft in einigen europäischen Märkten ausgebaut werden. Zudem ist geplant, 1 Mio. EUR für Akquisitionen im Bereich des mobilen Anti-Virenschutzes zu verwenden. „Mit dem Börsengang wollen wir unser Wachstum nochmals deutlich beschleunigen und unsere Visibilität am Markt erhöhen”, kündigt Arnoth an.

 

Stärken und Schwächen

+ innovative Geschäftsidee

+ margenstarke Produkte

 

– noch kein bewährtes Geschäftsmodell

– stark abhängig von einem Großkunden

– komplizierte Unternehmensstruktur mit Personalverflechtungen

 

Fazit

Cyan setzt auf ein Geschäftsmodell, das für Mobilfunkanbieter interessant ist. Mit seiner Sicherheitssoftware ist der IT-Dienstleister jedoch einer starken internationalen Konkurrenz ausgesetzt – viele dieser Produkte gibt es für Verbraucher sogar kostenlos. Für einen Ausgabepreis bis 23 EUR werden Anleger nur gut zur Hälfte an den bisherigen operativen Geschäften beteiligt. Da die IPO-Erlöse fast ausschließlich in den Erwerb der anderen Hälfte fließen sollen, könnten zudem die Finanzmittel für die geplante weltweite Expansion knapp werden. Selbst im für Anleger günstigsten Fall kommt das Unternehmen auf eine Bewertung von 168 Mio. EUR. Peergroup-Firmen wie Easy Software (42 Mio. EUR), sind entweder deutlich günstiger oder aber wirtschaftlich potenter wie GK Software (208 Mio. EUR). Investoren werden auch fragen: Warum soll ich diesen stolzen Preis zahlen, wenn Cyan seine 49% für nur 26 Mio. EUR bekommt?

 

Cyan AG – Emissionsparameter
WKN A2E 4SV
Zeichnungsfrist 12. bis 23. März
Erstnotiz 28. März
Preisspanne 20 bis 23 EUR
MarketCap 168 Mio. bis 193 Mio. EUR
Marktsegment Frankfurt/Main (Scale)
Emissionsprospekt ja
Emissionsvolumen  27,6 bis 31,7 Mio. EUR
Konsortium Hauck & Aufhäuser (Sole Global Coordinator, Joint Bookrunner),
Mainfirst Bank (Joint Bookrunner)
Free Float max. 16 %

 

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