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[01] DIRK-STIMMUNGSBAROMETER

Für die Mehrheit der börsennotierten Gesellschaften im deutschsprachigen Raum hat sich die wirtschaftliche Lage seit dem Spätsommer letzten Jahres weiter verbessert. Auch den nächsten sechs Monaten sehen sie optimistisch entgegen. Davon profitiert der Dialog mit den Kapitalmarktteilnehmern. Für die kommende Hauptversammlungssaison plant jedes vierte Unternehmen die Übertragung der Eigentümerversammlung im Internet. Ein Online-Voting spielt noch keine Rolle. Das sind Ergebnisse des aktuellen DIRK-Stimmungsbarometers, für das die GfK im Auftrag des DIRK 460 Investor Relations Manager in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt hat.

In Deutschland liegt der Indikator zur Einschätzung der derzeitigen Unternehmenslage zum zweiten Mal in Folge im positiven Bereich: Er erreicht 45 Punkte nach ursprünglich geschätzten 33 Punkten. Die Erwartungen der deutschen IR-Manager vom August letzten Jahres wurden somit deutlich übertroffen. Dass die IR-Manager einen nachhaltigen Aufschwung erwarten, zeigt sich in der Prognose für die nächsten sechs Monate. Der Indikator zur Einschätzung der zukünftigen Lage liegt mit 50 Punkten deutlich im positiven Bereich und erreicht das hohe Niveau vom Jahresbeginn 2007 – vor der Finanzkrise. Die Stimmung korrespondiert mit dem monatlichen ifo-Geschäftsklima- Index, der im Januar diesen Jahres zum zehnten Mal in Folge gestiegen ist.

Erfreulich ist, dass der Aufschwung in den Strukturen und Abläufen der IR-Abteilungen angekommen ist. War es bei der Augustbefragung 2009 noch jedes zehnte Unternehmen in Deutschland, dass von sinkendem Personal in der eigenen IR-Abteilung ausging, erwartet das jetzt nur noch jedes zwanzigste. Das entspricht dem langjährigen Durchschnittswert. Eine weitere messbare Größe ist die Anzahl der Investorentermine. Nachdem im Frühjahr 2009 noch 24 % der deutschen Unternehmen mit weniger Terminen rechneten, gehen in der aktuellen Befragung gerade mal 6 % von einer solchen Entwicklung aus. Ein weiterer positiver Trend lässt sich bei der Anzahl der Analysten erkennen: Zum vierten Mal in Folge ging die Zahl der Skeptiker, die eine sinkende Coverage bei ihrem Unternehmen befürchten, zurück. Ingesamt rechnen drei von vier Unternehmen damit, dass die Anzahl der Analysten zur Jahresmitte stabil bleibt.

Neue Kapitalmarktgesetze wie das Gesetz zur Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie (ARUG) geben nicht nur den Aktionären mehr Möglichkeiten bei der Ausübung ihrer Rechte, sondern erweitern auch die Gestaltungsspielräume der börsennotierten Gesellschaften bei der Umsetzung ihrer Hauptversammlung. Auf die Frage, ob die Unternehmen eine elektronische Abstimmung bei der Hauptversammlung in Betracht ziehen, antworteten 75 % der deutschen IR-Manager mit Nein, da derzeit noch zu viel Unsicherheit besteht und die gelebte Praxis fehlt. Nur 3 % lassen eine elektronische Abstimmung bei der nächsten Hauptversammlung zu, 23 % planen diesen Vorgang in der Zukunft. Dass das Thema Hauptversammlung im Internet noch in der Kinderschuhen steckt, zeigt die derzeitige Anwendung: Nur jedes vierte Unternehmen in Deutschland plant, die nächste Gesellschafterversammlung online an die breite Öffentlichkeit zu übertragen. Mit Blick auf die Indizes zeigt sich, dass DAX-Gesellschaften eine Vorreiterrolle einnehmen. Drei von vier „Large Caps“ ziehen diesen Schritt in Erwägung. Entscheidet sich ein Unternehmen für die Übertragung im Internet, dann zeigt es die Rede des Aufsichtsrats- sowie Vorstandsvorsitzenden. Dagegen werden die Generaldebatte und die Abstimmung eher selten übertragen.

Im deutschsprachigen Raum steigerte jedes dritte Unternehmen im Jahr 2009 im Vergleich zum Jahr 2005 seine Hauptversammlungs- präsenz. Bei der Mehrheit der Gesellschaften lag die Präsenz im Jahr 2009 bei mindestens 60 %.

Mehr Informationen unter http://www.dirk.org/

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[02] MDAX-TRANSPARENZ

IVOX, ein unabhängiger Anbieter von Corporate-Governance-Analysen und Stimmrechtsvertreter für institutionelle Investoren, hat eine Corporate-Governance-Bewertung des MDAX veröffentlicht. Bei dieser Auswertung wurde deutlich, dass ein großer Nachholbedarf bei der Transparenz besteht.

So veröffentlichten beispielsweise nur zehn Unternehmen einen kurzen Lebenslauf der Aufsichtsratsmitglieder, obwohl gerade Informationen über den beruflichen Hintergrund der Aktionärs- vertreter (vor allem vor dem Hintergrund des Bilanzrechts- modernisierungsgesetzes) kritisch für Anleger seien. Auch seien fehlende Hinweise auf ehemalige Vorstandsmitglieder im Aufsichts- rat gängige Praxis. Lediglich zwei Gesellschaften veröffentlichten die Teilnahme an Aufsichtsrats- und Ausschuss- sitzungen.

Auffällig sei außerdem, dass die meisten schlecht abschneidenden Gesellschaften einen großen Hauptaktionär haben. Bei der Frage der Vergütung verzichten 14 Gesellschaften auf die Veröffentlichung der Entlohnung des Vorstandsvorsitzenden.

Positiv sei festzuhalten, dass die Höhe der Vergütung kaum ein Thema ist. Im Gegensatz zum DAX sei auch auffällig, dass eine Ämterhäufung bei den Vorständen und Aufsichtsräten eher selten zu konstatieren ist.

Das Bewertungssystem ist in die drei Kategorien Grün, Orange und Rot unterteilt. Grün bedeutet, dass die Gesellschaft über eine gute CG verfügt; Orange bedeutet dass die Gesellschaft eine annehmbare CG praktiziert, die allerdings einige Mängel aufweist oder welche im Prozess der Umstrukturierung sind; Rot bedeutet erheblichere Mängel in der CG.

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