9% der Umfrageteilnehmer halten Social-Media-Informationen für relevanter als andere Quellen. Grafik: DVFA, IR Club

Die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management DVFA und die Investor-Relations-Community IR Club haben in einer gemeinsamen Studie die Einstellung von Investoren und Analysten zu Social-Media und anderen Online-Informationskanälen untersucht. Die Umfrageteilnehmer stehen den neuen Medien noch kritisch gegenüber, rechnen aber mittelfristig mit einer größeren Relevanz.

Zwar sehen 47% der Befragten Social Media als zumindest teilweise wichtige Quelle an, andere Kanäle wie Information vom Unternehmen direkt, Online- und Print-Fachmedien sowie Research-Berichte werden jedoch also noch wichtiger eingestuft. Für 20% hat Social Media in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, Unternehmenswebsites wurden allerdings sogar für 61% wichtiger.

16% der Umfrageteilnehmer nutzen selbst soziale Netzwerke, um geschäftliche Informationen zu veröffentlichen. Bei Blogs war es mit 9% hingegen nur die Hälfte. Für 72% haben Social-Media-Inhalte eine geringere Relevanz als traditionelle Quellen, für nur 9% eine höhere. Bei der Umfrage 2011 vertrauten nur 3% der Befragten Social Media mehr als anderen Quellen.

Xing und Linkedin sind die wichtigsten beruflichen Social-Media-Plattformen. Sie werden von 53% bzw. 43% genutzt. Dabei konnte insbesondere Linkedin im Vergleich zur Erhebung 2011 zulegen. 23% sind keinem sozialen Netzwerk aktiv, 2011 waren es noch 34%. Eine Mehrheit von 56% erwartet von Unternehmen nicht, über Social Media zu kommunizieren.

Gut die Hälfte der Umfrageteilnehmer (53%) hält es für wahrscheinlich, dass die Bedeutung von Social Media für Investment-Entscheidungen künftig zunehmen wird. 40% halten es für unwahrscheinlich, 6% gar für ausgeschlossen. Aktuell zweifeln genau 50% noch an der Relevanz der in sozialen Netzwerken verfügbaren Informationen.

Insgesamt nahmen 141 Investment-Professionals an der Umfrage teil, über 80% davon aus Deutschland. 40% der Befragten sind Analysten, 24% Investoren. Die übrigen Teilnehmer setzten sich aus verschiedensten Akteuren der Financial Community zusammen. Alle Ergebnisse der Studie finden Sie hier.