So hat US-Großinvestor Warren Buffett die Steuerpläne der Bush-Regierung einmal mehr kritisiert. Ein Dorn im Auge ist ihm die Abschaffung der Dividendensteuer. Sie sei unsozial und ein Geschenk an die Wohlhabenden, um nicht zu sagen: Reichen.

Und er bringt ein eindrucksvolles Beispiel: Im kommenden Jahr könnte er 310 Mio. US-$ steuerfrei kassieren, wenn nämlich Berkshire Hathaway (wo er bekanntlich Großaktionär ist) wie geplant ca. 1 Mrd. US-$ an Dividenden ausschüttet. Seine persönliche Steuerquote läge im nächsten Jahr bei lachhaften 3 %. Anders seine Empfangsdame: Sie müsse weiterhin 30 % Steuern auf Einkommen und Erträge zahlen, also zehnmal so viel.

Derzeit befindet sich die Angelegenheit noch im US-Gesetzgebungsverfahren. Eine Modalität sieht vor, die Dividendensteuer zunächst nur für drei Jahre abzuschaffen und dann zu überprüfen. Wie wahrscheinlich ist es, daß dann – wohl erneut der Bush-Herrschaft – die Dividendenbesteuerung wieder eingeführt würde?

Ein anderer nutzt die Öffentlichkeit für seine Belange: George Soros. Er erklärt frank und frei, daß er den US-$ geshortet habe. Warum? Man müssen nur den Aussagen des US-Finanzministers und den Notenbänkern zuhören, um sich darüber klar zu werden, daß man den US-$ werde unbarmherzig absinken lassen. Und da will er natürlich mit von der Partie sein. Ein Ende der Abwertung sieht er bei nunmehr 1,17 US-$ für den Euro offenbar noch nicht gekommen. Will er, der er 1992 das britische Pfund zerstörte (und das damals aus dem Währungskorsett genommen werden mußte), nun den US-$ kaputt machen? Nein keinesfalls. Das wird die US-Regierung schon ganz von selbst erledigen. Und sei es, daß sie aufs Neue Wahl-opportunistische Steuergeschenke verteilt, die sie sich überhaupt nicht leisten kann.

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