K/L/M hat bereits den Börsengang der CDV Software Entertainment, einem Hersteller von Computerspielen, als Konsortialführer begleitet. Der ebenfalls am Neuen Markt notierte IT-Dienstleister TTL Information Technology AG wurde von K/L/M im Bereich Investor Relations beraten.

Jetzt möchte K/L/M die Ilas AG, einen Softwareanbieter für Transportlogistik, an den Neuen Markt begleiten. Die Organe von Ilas hatten vor dem Börsengang, am 31. Oktober, beschlossen, das Genehmigte Kapital teilweise auszunutzen. Dies wurde durch die Ausgabe von 30.000 Aktien mit einem rechnerischen Nennwert von 1 Euro verwirklicht. Der Ausgabepreis je Aktie betrug 10,226 Euro. An dieser Kapitalerhöhung nahmen drei Privatpersonen teil. Neben dem Vorstand einer Beteiligungsgesellschaft, die an Ilas beteiligt ist, waren dies auch Gerhard A. Koning und Robert G. Loch. Beide sind Gründer und Vorstände der emissionsbegleitenden K/L/M Equity AG.

Ilas hatte den Börsengang bereits am 20. September bekanntgegeben. Damit sind die K/L/M-Vorstände zu einem Zeitpunkt eingestiegen, als das IPO schon in greifbarer Nähe war.

Bedenklich dabei ist ein möglicher Interessenkonflikt der Emissionsbank. Denn diese sollte eigentlich als „Waage“ zwischen Anleger und Emittent fungieren. Denn während die Börsenaspiranten i.d.R. an einem hohen Emissionspreis interessiert sind, um die weiteren Ziele realisieren zu können, wollen Anleger einen möglichst geringen Preis für ihre Unternehmensanteile bezahlen.

Zudem wurde am 7. Juli dieses Jahres vom Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen und dem Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel eine gemeinsame Bekanntmachung über Verhaltensregeln für Mitarbeiter von Kreditinstituten und Finanzdienstleistern veröffentlicht. Im Text heißt es „Mitarbeitergeschäfte dürfen nicht gegen Kundeninteressen oder gegen eigene Interessen des Instituts gerichtet sein. Bei Interessenkollisionen haben die Kundeninteressen und die Eigeninteressen des Instituts Vorrang.“ Und weiter: „Insbesondere dürfen Mitarbeiter im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit Zuwendungen oder sonstige Vorteile weder für sich noch für Dritte fordern oder annehmen, soweit dadurch Interessen des Instituts oder der Kunden beeinträchtigt werden können.“

Ganz interessant für Anleger dürfte auch sein, daß K/L/M „Berater“ des Universal-Effekt-Fonds ist. In einer Präsentation heißt es: „Für institutionelle Anleger – wie der UNIVERSAL-EFFECT-FONDS – sind die Zuteilungschancen bei IPOs deutlich besser als für Privatinvestoren. Wir wählen für Sie die aussichtsreichsten IPOs aus. Selektionskriterien sind Produktpalette, Wachstumsperspektiven und Marktstellung sowie die Managementqualität.“

Die GoingPublic-Kolumne erscheint börsentäglich in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.