Der Hype am Neuen Markt hatte zunächst die Systemhäuser erfaßt, die den Großteil der Umsätze im Projektgeschäft erwirtschaften, dann galten die reinen Softwarehäuser und Internet-Firmen als besonders sexy, weil dort ja die attraktivsten Steigerungen lauerten. Alles Geschichte, aber noch heute zeugen völlig zerlegte Notierungen von den Kursmassakern.

Jetzt mehren sich die Zeichen einer Wende. Sprecher des Branchenverbandes Bitkom gehen davon aus, daß der Arbeitsplatzabbau bei den IT-Firmen abgeschlossen ist. Mehr noch: In 2005 könnten bis zu 10.000 neue Stellen entstehen. Es gibt auch schon die ersten positiven Unternehmensnachrichten. Bechtle zum Beispiel hat für das laufende Jahr die Gewinnprognosen nach einem starken 3. Quartal nach oben korrigiert.

Es besteht zwar kein Anlaß zu Euphorie, aber das gute, alte Stockpicking verspricht für den IT-Bereich durchaus das Auffinden der einen oder anderen Perle. Dabei gilt eindeutig: Anbieter von Lösungen der Kategorie „nice to have“ sind nach wie vor nicht angesagt. Doch Unternehmen, die einen ordentlichen Return on Investment nach angemessener Zeit glaubhaft machen können, finden wieder Kunden. Insofern löst sich der vielzitierte Investitionsstau.

Das bedeutet vor allem das Comeback der Systemhäuser. Wenn die Unternehmen in den vergangenen Jahren etwas gelernt haben, dann die Lektion, daß nichts teurer ist als eine inhomogene, nicht abgestimmte IT aus vielen Inseln. Intelligente Vernetzung lautet das eine Thema, Die Sicherheit steht ebenfalls obenan auf den Investitionslisten. Doch derzeit sieht es so aus, als ob weniger mit der Software an sich als mit der Integration und Customizing mehr Geld zu verdienen ist. Komplettiert wird die Dreifaltigkeit vom Bereich Webanbindung für Verkauf und entlang der Einkaufskette. Systemhäuser, die in diesen Feldern Kompetenz besitzen, dürften in den kommenden Quartalen mit guten Zahlen glänzen.

Stefan Preuß

Die GoingPublic Kolumne erscheint wöchentlich in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.

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