Ein Eldorado für KMUs – besser könnte man die Nasdaq Nordic, den Kapitalmarkt für die skandinavische und baltische Region mit Hauptsitz in Stockholm, wohl nicht beschreiben: Allein im vergangenen Jahr ließen sich mehr als 80 kleine und mittelständische Unternehmen am nordischen Börsenplatz listen.

Da die Wahrnehmung des Nasdaq Nordic und seinem KMU-Segment First North im restlichen Europa – inklusive Deutschland – bislang noch unter dem Radar läuft, veranstaltete der Technologiebörsenbetreiber Nasdaq gemeinsam mit der Corporate Finance-Beratung CatCap sowie den M&A-Beratern Delphi am vergangenen Dienstag eine Netzwerkveranstaltung in München. Ziel dabei war es, vorrangig neue Investoren aus Deutschland für den Börsenplatz zu begeistern.

 

Mark Miller, geschäftsführender Gesellschafter von CatCap,begrüßt die Teilnehmer.
Mark Miller, geschäftsführender Gesellschafter von CatCap,begrüßt die Teilnehmer.

Dabei wurden Einblicke gewährt, weshalb sich der nordische Markt in Bezug auf die Förderung von Wachstumsunternehmen von anderen europäischen Märkten abhebt. Vor allem das gut funktionierende Ökosystem wurde hervorgehoben – dieses umfasst Berater, Investoren, Kleinanleger bis hin zu institutionellen Kapitalgebern, die den Emittenten zur Seite stehen.

Nachdem CatCap Managing Partner Caspar Graf Stauffenberg sowie der geschäftsführende Gesellschafter Mark Miller einige einführende Worte verloren, gab Adam Kostyál, Senior Vice President für europäische Listings an der Nasdaq in Stockholm, einen Überblick über die wichtigsten Zahlen und Fakten der Nasdaq Nordic.

Mehr als nur Nordlichter

Nasdaq Nordic ist dabei in erster Linie ein Sammelbegriff für die Kapitalmarkt-Aktivitäten in den nordischen und baltischen Ländern. Die Nasdaq verfügt dabei über eine wichtige Basis in Schweden und betreibt die Börsen in Stockholm , Helsinki , Kopenhagen , Reykjavik, Tallinn , Riga und Vilnius.

Das Segment First North dient dabei als Plattform für kleine und mittlere Wachstumsunternehmen. Daneben gibt es noch die Abgrenzung zum Transparenzsegment First North Premier, bei der vor allem die Visibilität für Investoren erhöht und eine Börsennotiz für Emittenten im Hauptmarkt vorbereitet werden soll. Unternehmen an der Nasdaq First North Premier müssen zudem höhere Offenlegungs- und Rechnungslegungsstandards einhalten als im First North-Segment. Die Aktien des First North sind zudem in einem Index zusammengefasst, der in den letzten drei Jahren um mehr 40% gestiegen ist. Besonders im LifeSciences-Sektor verzeichnet die Nasdaq Nordic hohe Wachstumsraten.

Die Veranstaltung bot Gelegenheit zum Netzwerken.
Die Veranstaltung bot Gelegenheit zum Netzwerken.

Nach den allgemeinen Ausführungen zur Nasdaq Nordic folgten daraufhin einzelne Unternehmenspräsentationen von Emittenten, die an der nordischen Börse gelistet sind. Neben Tech-Unternehmen, wie dem Sensorhersteller acconeer oder dem digitalen Lösungsanbieter FRISQ, stellte auch das Pharmazeutikunternehmen Orexo, das im Mid Cap-Segment der Börse Stockholm gelistet ist, sein Geschäftsmodell dar. Das schwedische Unternehmen, das im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 75 Mio. EUR erzielte, hat sich in erster Linie auf Therapeutika für Drogenabhängige spezialisiert. Das IPO hat das seit 2017 an der Börse gelistete Unternehmen bislang noch nicht bereut: „Die Börsennotiz an der Nasdaq Nordic ist ein großes Plus für uns“, betonte Johannes Doll, EVP und Head of Corporate Development, während seines Vortrags.

Nach dem offiziellen Teil ging es dann zum gemütlichen Part über: Beim Flying Buffet und leckeren Getränken hatten die Veranstaltungsteilnehmer noch einmal die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen und auszutauschen.

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de