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Der geplante Zusammenschluss der beiden deutschen Großbanken Deutsche Bank und Commerzbank ist vom Tisch.

Die Gespräche über eine mögliche Fusion seien ergebnislos beendet worden, teilten die Institute am Donnerstag in Frankfurt mit. Nach gründlicher Prüfung seien die Vorstände zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Zusammenschluss „keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde„, hieß es in getrennten Mitteilungen. Dies gelte „auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration einhergehen.“

Kein leichter Weg

Erst Mitte März 2019 hatten die beiden Privatbanken öffentlich bekannt gegeben, dass sie einen möglichen Zusammenschluss anstreben. Jedoch erwiesen sich die Fusionspläne von Anfang als schwierig an. So gab es nicht wenige kritische Stimmen – vor allem hinsichtlich des massiven Stellenabbaus, den eine Fusion offenbar nach sich gezogen hätte. Laut Gewerkschaft Verdi wären rund 30.000 Jobs  in Gefahr gewesen. Zudem gäbe es bei beiden Großbanken auch zehn Jahre nach der Finanzkrise noch größere strukturelle Baustellen, etwa im Bereich der IT.

Die Deutsche Bank versucht seit Jahren, an frühere Milliardengewinne anzuknüpfen und schaffte 2018 nach drei Verlustjahren in Folge die Rückkehr in die schwarzen Zahlen – Skandale und gehäufte Polizeiermittlungen inklusive. Innerhalb der letzten fünf Jahre

Die Commerzbank stieg im vergangenen Herbst in die zweite Börsenliga ab und ist ebenfalls seit Jahren im Umbruch. Nach einer Rettungsaktion mit Steuermilliarden während der Finanzkrise ist der Staat mit rund 15% derzeit als größter Anteilseigner am Institut beteiligt.

Die jüngste Entwicklung spiegelt sich auch im Aktienkurs beider Banken wider: Während Deutsche Bank-Aktien um fast 3% zulegten, büßten Commerzbank-Aktien im Laufe des Vormittages mehr als 2% an Wert ein.

Titelfoto: Circumnavigation – stock.adobe.com

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de