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Dr. Andreas Piepenbrink, CEO E3/DC.
Dr. Andreas Piepenbrink, CEO E3/DC.
GoingPublic Magazin: Herr Dr. Piepenbrink, E3/DC ist wahrscheinlich erst einer überschaubaren Bereichsöffentlichkeit bekannt. Daher vielleicht ein kleiner Überblick in eigenen Worten?

Piepenbrink: E3/DC stellt kleine Kraftwerke für Häuser her, die eine echte Inselversorgung weltweit möglich machen. Als Wechselrichterhersteller haben wir uns in Deutschland einen Marktanteil von knapp 14% im Speicherbereich erarbeitet und gewinnen weiter Marktanteile durch Leistung und Qualität, da eigener Strom auch für Wärmepumpen und Elektroautos selbst zu produzieren und zu speichern ist. Menschen werden mit uns physikalisch unabhängig vom Netz in den eigenen vier Wänden.

Einer der häufigsten Begriffe im E3/DCZusammenhang lautet „autark“. Das hört sich ein wenig an, als müsse man bereits zeitnah für eine Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern planen. Der niedrige Ölpreis konterkariert gerade einmal mehr allzu forsche Vorstöße in der Solartechnologie.

Autark bedeutet Eigenerzeugung von Strom und die Nutzung dieses Stroms für Wärme und Mobilität. Öl- und Gaspreise sind wie der Strom auch vollständig reguliert
und besteuert. Auch wenn es sich langweilig anhört: Die Solarenergie setzt sich durch, da die Sonne unser Leben bestimmt. Sogar die Zeitzone richtet sich nach dem Gang der Sonne.

Sehen Sie bei Pkw den Wandel in Antriebstechniken auf dem richtigen Wege? Siehe auch
E3/DC Tri-LINK-Technology
E3/DC Tri-LINK-Technology
die Ankündigung dieser Tage von Volvo, ab 2021 voll auf Elektro umzusteigen.

Das Elektrofahrzeug wird seine Marktanteile finden, allerdings wird niemand sein Leben umstellen. Elektrisch fahren, wie Tesla es vormacht und Audi sowie Volvo es nun kopieren, spricht das Premiumsegment an. Trotzdem sind es zunächst erste Schritte – und Ankündigungen wie Volvo, bis 2021 insgesamt fünf Modelle elektrisch fahren zu lassen, sind praktisch risikolos. Aber auch Volkswagen wird jedes vierte Fahrzeug vollelektrisch mit chinesischen Batterien weltweit fahren lassen. Samsung, Panasonic, LG kommen dabei weniger zum Zug, obwohl sie Jahrzehnte darauf hingearbeitet haben.

Wo wird die Batterietechnik in sagen wir zehn Jahren von jetzt an stehen Ihrer Ansicht nach? Also dann, wenn z.B. auch die wirklich wichtigen Pkw-Hersteller wie VW eventuell vom Sofa hochkommen?

Die Industrialisierung läuft auf Hochtouren bei allen Herstellern. Sie wissen, dass bei
Marktverdopplung der Preis um ca. 15% bei Industriegütern fällt. In zehn Jahren
werden wir natürlich etwas weiter sein, besonders bei der Umstellung der Wertschöpfung der deutschen Autoindustrie, die ja zu 75% exportiert bzw. zu 75% im Ausland produziert. Der reine Batteriepreis war nie das einzige Problem des Elektroautos.

Forschung und Entwicklung sind kapitalintensiv. Deshalb eine Frage: Wem gehört E3/DC und wie sind Sie finanziert?

E3/DC ist eine 100% Beteiligung der EWE AG in Oldenburg. Wir haben dieses Jahr
erste schwarze Zahlen, liegen bei 35 Mio. EUR Umsatz und steuern diese Unternehmung mit 80 Mitarbeitern.

Diverse Unternehmen aus dem Bereich Energy Storage sind einigermaßen
schwer mit Venture Capital ausgestattet, andere mit großen Beteiligungspartnern aus der Industrie im Schlepptau. Beteiligungspartner und VCs möchten normalerweise einen lukrativen Exit realisieren, vorzugsweise über die Börse. Beobachten Sie das Geschehen der Branche ein wenig?

Aber sicher. Die Strategie sollte ja die Kapitalisierung bestimmen. Das Problem des
kleinen stationären Heimspeichermarktes ist aber meines Erachtens, dass viele Wettbewerber ihre VC- Geschichte nicht mehr aufrechterhalten können und auch IPOs
schwierig werden, weil der Markt einerseits die „erneuerbaren Hürden“ hat und
andererseits auch die Absatzzahlen nicht passen – da es eben doch nicht so einfach
ist, gegen die Steckdose zu gewinnen.