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Das Nürnberger Technologieunternehmen Exasol AG steht kurz vor einem IPO an der Frankfurter Wertpapierbörse. Damit steht womöglich der erste Börsengang in diesem Jahr in den Startlöchern hierzulande.

Der geplante Börsengang umfasst die Ausgabe neuer Aktien des Unternehmens in Höhe von etwa 50 Mio. EUR, eine Platzierung von Aktien durch Minderheitsaktionäre und eine übliche Mehrzuteilungsoption. Mit den Erlösen aus dem Börsengang will Exasol seine Wachstumsstrategie weiter vorantreiben. So sollen die Erlöse in erster Linie zur Stärkung des Sales-Teams und der Schlagkraft der Vertriebs- und Marketing-Aktivitäten in der DACH-Region, in Großbritannien und in den USA sowie für zusätzliche Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsinitiativen verwendet werden. Der Börsengang soll in den nächsten vier bis sechs Wochen über die Bühne gehen.

Exasol hat sich auf Analytics-Datenbanken der nächsten Generation spezialisiert –  damit können Daten mit hoher Geschwindigkeit und in großem Maßstab sowie zu im Vergleich mit herkömmlichen Datenbanktechnologien geringeren Kosten gespeichert, verwaltet, aufgerufen und analysiert werden.

Skalierbare Datenbank mit bekannten Kunden

„Unsere Datenbanklösung wurde von der ersten Codezeile an so aufgebaut, dass sie hoch skalierbar, performant und optimal auf moderne Datenumgebungen ausgerichtet ist. Unser Fokus liegt darauf, Unternehmen in die Lage zu versetzen, ihre Geschäfte auf der Grundlage datengestützter Entscheidungen zu optimieren und auszubauen“, erklärt Exasol-CEO Aaron Auld.

Das vor rund 20 Jahren gegründete Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über ein stabiles organisches Wachstum. Trotz einer fehlenden externen Finanzierung und einer noch laufenden Umstellung auf ein abonnementbasiertes Erlösmodell konnte das Unternehmen zwischen 2015 und 2018 organisch eine bereinigte jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 25% erzielen. In den 11 Monaten zum 30. November 2019 erwirtschaftete Exasol Umsatzerlöse in Höhe von 19 Mio. EUR.

Die operative Rohertragsmarge lag zum Stichtag 30. November 2019 bei 91%. Seit 2017 lag diese über 80% und konnte laut Unternehmensangaben kontinuierlich Jahr für Jahr gesteigert werden.

Hauck & Aufhäuser wird beim Börsengang als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner fungieren.

Die Nürnberger Gruppe beschäftigt heute insgesamt mehr als 180 Mitarbeiter und bietet ihre High-End-Datenbanklösungen aktuell 166 Kunden weltweit an –  darunter sind bekannte Namen wie u.a. Adidas, Dell, Vodafone und Zalando.

Sollte Exasol den Börsengang erfolgreich stemmen, wäre dies das erste IPO in diesem Jahr hierzulande. Weitere Kandidaten, wie z.B. Siemens Energy oder die Lufthansa-Techniksparte stehen bereits in den Startlöchern.

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redaktionsleitern Kapitalmarktmedien bei der GoingPublic Media AG. Ihre Schwerpunktbereiche liegen bei Themen rund um IPOs, Investor Relations, Unternehmensfinanzierung und den Kapitalmärkten in Österreich und der Schweiz.