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Die Mehrländerbörse Euronext wächst: Seit diesem Jahr ist sie u.a. auch mit eigenen Standorten in Deutschland aktiv. Erste Börsengänge deutscher Emittenten werden bereits 2018 erwartet. Im Interview mit GoingPublic erklären Michael Schatzschneider und Sebastian Grabert u.a., warum eine Techbörse für kleinere und mittlere Unternehmen in Deutschland wichtig ist und welche Wachstumsstrategie sie weiterverfolgen.

GoingPublic: Herr Schatzschneider, die Euronext ist seit ein paar Monaten nun auch in Deutschland aktiv, mit Niederlassungen in Frankfurt und München. Wieso wollen Sie ausgerechnet hier Ihre Marktposition stärken?

Schatzschneider: Das Ganze war in erster Linie eine strategische Entscheidung. Ursprünglich waren wir mit unseren traditionellen Börsen in vier europäischen Metropolen präsent: Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon. Dort liegt der Fokus im Bereich der Small- und Mid Caps ganz klar auf Techwerten. Wir haben dann gemerkt, dass die Nachfrage auch aus anderen Ländern, wie Deutschland, besteht, und haben beschlossen zu handeln. Seit diesem Jahr sind wir mit eigenem Personal und eigenen Büros in Frankfurt, München, Mailand, Madrid und Zürich präsent. Die zahlreichen bisherigen Kontakte mit Unternehmen,  Shareholdern und dem Kapitalmarkt-Ökosystem bestätigen, dass hier in Deutschland dringender Bedarf für einen Technologie-Kapitalmarkt für SME herrscht. Wir wurden bislang mit offenen Armen empfangen.

Herr Grabert, erklären Sie uns doch bitte nochmal Ihre genaue Strategie und wie sich diese von anderen Börsenplätzen, z.B. der NASDAQ, abhebt.

Grabert: Tech-Hub ist nicht nur die Bezeichnung für unsere europaweite Initiative, sondern auch deren Inhalt. Wir fokussieren uns ganz klar auf Technologieunternehmen, insbesondere aus den Bereichen Biotech, aber auch IT, Semiconductors, E-Commerce und Mediatech. Mit unseren Büros in den europäischen Metropolen haben die Unternehmen jetzt eigene Ansprechpartner für das ganze Thema europäischer Kapitalmarkt, inklusive Investoren-, Berater- und Bankenzugang. Darüber hinaus begleiten wir die Unternehmen nicht nur beim Börsengang, sondern legen auch großen Wert darauf, unsere Emittenten in der Zeit davor und danach umfassend zu begleiten und zu betreuen. Im Vergleich zu Börsen wie der NASDAQ sind unsere Einstiegsbarrieren und die Kosten deutlich geringer. Gleichzeitig sind an der Euronext auch im Small- und Mid-Cap- Bereich derzeit ca. 35% angelsächsische Investoren aktiv, die primär nach Wachstumsinvestments suchen. Im Vergleich zur NASDAQ bieten wir eine ähnliche Investorenstruktur bei geringeren Kosten und einer erhöhten Transaktionssicherheit für europäische Early-Stage SME. Bezüglich Visibilität bei den Investoren nach dem Listing ist der Konkurrenzdruck bei uns nicht so hoch wie an der NASDAQ.