Stephan Wintsch, CEO, Zug Estates Holding AG

Im Gespräch mit dem GoingPublic Magazin spricht Stephan Wintsch, der CEO der Zug Estates Holding AG über die Gründe der diesjährigen Abspaltung von der Metall Zug AG und die Vorteile der Börsenkotierung.

GoingPublic: Herr Wintsch, Zug Estates ist seit 2. Juli an der SIX kotiert. Was waren die ausschlaggebenden Gründe für die Abspaltung von Metall Zug?
Wintsch: Wir waren überzeugt, dass die Führung der Bereiche Industrie und Immobilien als juristisch und finanziell unabhängige Gesellschaften erhebliche Vorteile für die beiden Unternehmen, deren Kunden und Mitarbeitende, aber auch für die Aktionäre bringen würde. Eine wichtige Folge der Trennung ist die grössere strategische und operative Flexibilität der beiden Unternehmen. Dadurch können sich sowohl die Metall Zug Gruppe als auch die Zug Estates Gruppe fokussierter weiterentwickeln und ihre Wachstumspotenziale besser nutzen.

GoingPublic: Der Aktienkurs hat sich seitdem recht positiv entwickelt. Worauf führen Sie das zurück?
Wintsch: Zug Estates konzentriert sich auf den wirtschaftlich attraktiven Raum Zug und hat hier in zentral gelegenen, bestens erschlossenen Arealen ein nach Nutzungen sehr breit diversifiziertes Portfolio. Diese Kombination bietet keine andere kotierte Immobiliengesellschaft. Zudem ist die Aktie im Konkurrenzvergleich immer noch moderat bewertet und verfügt aufgrund unserer Entwicklungsprojekte über ausgezeichnete Zukunftsaussichten.

Das Objekt in der Barerestraße 20-22 im Zentrumsareal Zug gehört zum Immobilienportfolio der Zug Estates Holding AG

GoingPublic: Welche Vorteile bringt Ihnen die Börsenkotierung?
Wintsch: Durch die Aufteilung in zwei börsenkotierte Gesellschaften profitieren die Aktionäre von erhöhter Transparenz und Visibilität. Sie können zudem fokussierter in Industrie oder Immobilien investieren. Der Entscheid für die Kotierung der Aktien der Zug Estates Holding AG erlaubte es auch, den Aktionären der Metall Zug AG liquide Titel auszuschütten. Darüber hinaus könnte uns die Börsenkotierung einmal zusätzliche Finanzierungsquellen erschliessen.

GoingPublic: Inwiefern planen Sie künftig, die Börse etwa für die Aufnahme von Eigenkapital zu nutzen?
Wintsch: Wir wollen weiter wachsen und werden pro Jahr zwischen 50 und 100 Mio. CHF in unser Portfolio investieren. Aufgrund der aktuellen Planung gehen wir davon aus, dass wir diese substanziellen Investitionen in den nächsten Jahren ohne Kapitalerhöhung finanzieren können und die Aktionäre ohne Verwässerung an der Wertsteigerung partizipieren werden. Mit der Kotierung halten wir uns diese Option aber jederzeit offen.

GoingPublic: Herr Wintsch, vielen Dank für die interessanten Einblicke!

Dieses Interview ist erschienen im Special Schweiz 2012.

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