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Quelle: Auswertung GoingPublic Magazin

8. M&A-Beratungsgeschäft (Quelle: Dealogic)

Der Rückgang des M&A-Geschäfts schlug auch bei den auf diesem Markt tätigen Finanzberatern durch, deren Honorare deutlich zurückgingen. Im europäischen M&A-Geschäft erzielte die Deutsche Bank – trotz eines Rückgangs um 35% – mit 160 Mio. US-$ die höchsten Umsätze. An zweiter Stelle folgt Goldman Sachs mit 133 Mio. US-$, die allerdings auf dem deutschen M&A-Markt keine hervorstechende Rolle in der ersten Jahreshälfte 2012 spielten. An dritter Position kommt JPMorgan (128 Mio. US-$), gefolgt von Morgan Stanley (117 Mio. US-$) und Lazard (114 Mio. US-$).

Werden nicht die Honorare der Finanzberater betrachtet, sondern die von ihnen betreuten Transaktionen (hinsichtlich Anzahl und Volumen), ergibt sich ein leicht anderes Bild bezüglich der Reihenfolge. In Deutschland landete die Deutsche Bank in der Rangliste der Finanzberater (vgl. Abb. 8) mit sechs begleiteten Deals und einem Transaktionsvolumen von 7 Mrd. US-$ „nur“ auf Rang 3. Zuvor reihten sich Morgan Stanley und JPMorgan ein. Morgan Stanley begleitete neun Deals und damit zwar sieben weniger als im Vorjahresvergleichszeitraum, jedoch war Morgan Stanley an zwei Top Deals beteiligt. Zum einen fungierten sie als Berater der Deutschen Postbank und zum anderen berieten sie SuccessFactors bei deren Übernahme durch SAP. Des Weiteren beriet Morgan Stanley BASF beim Verkauf der Düngemittelsparte an den russischen Konzern EuroChem für 830 Mio. Euro sowie Putzmeister bei dessen Verkauf nach China für 360 Mio. Euro. JPMorgan war ebenfalls an der Übernahme der Deutschen Postbank durch die Deutsche Bank und an SAPs Transaktion mit SuccessFactors als Berater beteiligt. Rothschild belegt zur Jahreshälfte den vierten Platz und konnte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessern. Dies lag vor allem daran, dass Rothschild gleich bei zwei Top Ten-Deals mit von der Partie war. Das Bankhaus beriet ThyssenKrupp beim Verkauf der Edelstahlsparte Inoxum und Bosch beim Kauf der amerikanischen SPX.

Während weltweit Goldman Sachs die Spitze wieder zurückerobern konnte, steht in Deutschland weiterhin – wie im Vorjahr – Morgan Stanley an erster Stelle. Goldman Sachs hingegen ist in der deutschen Rangliste nicht vertreten. Auffallend ist, dass die Schweizer Banken UBS und Credit Suisse zurück sind.

Im Einklang mit den gesunkenen Transaktionsvolumen sowie -anzahl nahm auch das Transaktionsvolumen (kumuliert) der erfolgreichsten Finanzberater ab. Begleiteten die zehn besten Finanzberater im ersten Halbjahr 2011 insgesamt 109 Deals mit einem Gesamtvolumen von 124 Mrd. Euro, betrug das begleitete Volumen von 55 Mrd. US-$ in 59 Deals in den ersten sechs Monaten 2012 weniger als die Hälfte.