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Bildnachweis: CureVac AG.

Bis zum Sommer soll der Impfstoff für den Markt freigegeben sein. Das hat das Tübinger Biotech CureVac noch einmal bekräftigt: Man gehe derzeit davon aus, dass alle Daten rechtzeitig eingereicht werden können, um die bedingte Marktzulassung des Wirkstoffs CVnCoV im zweiten Quartal 2021 zu beantragen.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA wertet die Daten aus der noch laufenden Phase III-Studie seit Februar aus, 40.000 Probanden nehmen an dem Testlauf des Impfstoffs teil. Dass CureVac bald endlich auch Impfstoff liefern könnte, käme Europa und vor allem Deutschland sehr entgegen – es müssen die Ausfälle der Vakzine von AstraZeneca und Johnson&Johnson kompensiert werden. Allein die Bundesregierung hat 66 Millionen Dosen des Wirkstoffs bestellt.

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Den Kapitalmarkt freuen die positiven Vorzeichen hinsichtlich der Tübinger Impfung: Die CureVac-Aktie notiert zum Ende der Woche mehr als 3% im Plus bei mehr als 89 EUR. Die Marktkapitalisierung liegt damit bei rund 20 Mrd. USD. Investoren stören offenbar auch die tiefroten Geschäftszahlen nicht, die das Biotech vorstellte.

Zwar beliefen sich die Umsätze auf 48,9 Mio. EUR für die zwölf Monate bis zum 31. Dezember 2020 – was einem Anstieg um 31,5 Mio. EUR gegenüber 17,4 Mio. EUR für die gleichen Zeiträume im Jahr 2019 entspricht. Diese Zuwächse sind vor allem auf zwei Ereignisse zurückzuführen:

Im Juli 20202 unterzeichnete CureVac mit GlaxoSmithKline eine strategische Kooperationsvereinbarung zur Erforschung, Entwicklung, Erzeugung und Vermarktung von mRNA-basierten Impfstoffen und monoklonalen Antikörpern. Der neue Partner investierte 150 Mio. EUR Eigenkapital Euro sowie eine nicht rückzahlbare Vorauszahlung von 120 Mio. EUR, die zurückgestellt und zugleich als Vertragsverbindlichkeit ausgewiesen wurde.

Zudem beendeten CureVac und Eli Lilly im Juni 2020 ihre Lizenz- und Kooperationsvereinbarung. Infolgedessen wurden zum Datum der Kündigung 33,1 Mio. EUR an Vertragsverbindlichkeiten aus einer Vorauszahlung als Umsatz verbucht, da keine weiteren damit verbundenen Leistungsverpflichtungen mehr bestanden.

Trotz gestiegener Umsätze machen die Tübinger allerdings weiter kräftig Miese: Vor Steuern fielen 129,8 Mio. EUR Verlust für 2020 an, verglichen mit -100,1 Mio. EUR im Vorjahr.

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CureVac AG

Immerhin: Der Barmittelbestand vervielfachte sich. „Wir haben das Jahr 2020 mit einer starken Liquidität von 1,32 Mrd. EUR abgeschlossen, einschließlich der Erlöse aus einer privaten Finanzierungsrunde im Juli, unseres Börsengangs im August und einem Zuschuss der Bundesregierung im September. Hinzu kam eine bedeutende Vorauszahlung aus unserem Vorvertrag mit der Europäischen Kommission über 225 Millionen Dosen CVnCoV mit Option auf weitere 180 Millionen Dosen“, sagte Pierre Kemula, Finanzvorstand bei CureVac. „Darüber hinaus haben wir im Februar 2021 im Rahmen einer ersten Anschlussfinanzierung einen Bruttoerlös von rund 517,5 Mio. USD erzielt.“ Mit dieser starken Liquiditätsposition befinde man sich in einer guten Ausgangslage, „um unsere Unternehmenstransformation von einem forschungsorientierten Biotechnologie- in ein kommerzielles Biopharmaunternehmen zu beschleunigen und das Geschäft rund um unsere breite klinische Produktpipeline weiter auszubauen, während wir gleichzeitig kommerzielle Kompetenzen und die Vertriebsinfrastruktur aufbauen“, erklärt Kemula.

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