Umfang der nichtfinanziellen Berichterstattung variiert stark
Um die inhaltlichen Anforderungen des CSR-RLUG zu erfüllen, berichten die analysierten DAX30-Unternehmen in einem unterschiedlichen Umfang. Die Bandbreite der veröffentlichten NFEs/NFBs reicht von acht bis 93 PDF-Seiten – der Median liegt bei 13,5 PDF-Seiten. Um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen grafisch aufwendig gestalteten und stark textlastigen Publikationen herzustellen, lassen sich die Inhalte der untersuchten, in sich geschlossenen NFEs/NFBs auf Normseiten von 1.500 Zeichen pro Seite umrechnen. Dies ergibt bei den betrachteten 16 Unternehmen mit einer geschlossenen NFE/einem geschlossenen NFB einen Median von 37,5 Normseiten – in einer Spanne von 13 bis 191 Normseiten.

Der Grund für den unterschiedlichen Umfang der NFEs und NFBs liegt zum einen in den unterschiedlich detaillierten Ausführungen der Inhalte. Zum anderen auch daran, inwieweit von der Möglichkeit Gebrauch gemacht wird, auf andere Inhalte des Lageberichts zu verweisen. Zum Beispiel auf die Beschreibung des Geschäftsmodells – eine Pflichtangabe nach dem CSR-RLUG. Die meisten der analysierten DAX30-Unternehmen nutzen die Möglichkeit des Verweises, einige beschreiben das Geschäftsmodell nur kurz und verweisen ebenfalls auf den Lagebericht. Nur sieben verzichten gänzlich auf den Verweis und beschreiben das Geschäftsmodell vollständig im NFB.

Externe Prüfung der Pflichtangaben bevorzugt
Zwar zeigt sich bei den DAX30-Unternehmen eine große Bandbreite hinsichtlich des Umfangs ihrer nichtfinanziellen Pflichtangaben – bezüglich der inhaltlichen Prüfung herrscht aber weitgehend Einigkeit. 26 der 27 analysierten Unternehmen lassen ihre NFE/ihren NFB freiwillig von einem Wirtschaftsprüfer inhaltlich prüfen. Drei der DAX30-Unternehmen lassen den Wirtschaftsprüfer sogar mit hinreichender Sicherheit prüfen, d.h. mit einem positiv formulierten Prüfungsurteil und umfangreichen Prüfungshandlungen. Der Rest wählt – wie bisher üblich für die Unternehmen, die ihre CSR-Berichterstattung überhaupt prüfen lassen – eine Prüfung mit begrenzter Sicherheit.

Die Studie mit ihren ausführlichen Ergebnissen finden Sie auf der Homepage der Kirchhoff Consult AG. Für weiterführende Informationen steht Ihnen auch Philipp Killius (philipp.killius@kirchhoff.de), Head of Corporate Social Responsibility, gerne zur Verfügung.

* (Fußnote) Studie von Kirchhoff Consult AG, Warth & Klein Grant Thornton AG und der Fachhochschule Wedel zur praktischen Ausgestaltung des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de