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Der deutsche Leitindex rauschte zum Wochenbeginn weiter in den Keller und sank kurzzeitig um knapp 8% –  auch der Dow Jones, der japanische Nikkei und der britische FTSE mussten starke Kursverluste erleiden. An der Wall Street wurde sogar der Handel für einige Minuten ausgesetzt.

Grund für den Kursverfall an den wichtigsten globalen Börsen ist neben der weiter herrschenden Unsicherheit rund um das Coronavirus auch der aktuell drastische Ölpreisverfall.

Der DAX hat mit derzeit rund 10.699 Punkten (Stand: 9. März, 15 Uhr) einen beinahe so niedrigen Stand erreicht wie im Dezember 2018.

„Bis zuletzt baute sich die Flut der negativen Nachrichten weiter auf und es ist noch

Es ist noch nicht absehbar, wann die "Corona-Panik" abflaut.
Es ist noch nicht absehbar, wann die „Corona-Panik“ abflaut.

nicht absehbar, ob die Welle noch größer wird“, erklärt Ingrid Szeiler, CIO der Raiffeisen KAG.

„Erst wenn diese wieder bricht und abschätzbar ist, wie groß der Schaden ist, werden sich die Märkte nachhaltig erholen können. Bis dahin ist eine mehrwöchige bis -monatige Phase mit weiterhin starken Schwankungen zu erwarten“, so die Expertin.

Corona – nur für einzelne Branchen ein Problem?

Bei den meisten börsennotierten Unternehmen ist Corona zwar das beherrschende Thema im Moment, besonders im Hinblick auf die Finanzkommunikation – doch mit einschneidenden wirtschaftlichen Einbußen für das Gesamtjahr rechnen viele Emittenten wohl eher nicht; wenngleich die Unsicherheit groß ist. Laut einer aktuellen Blitz-Umfrage von Kirchhoff Consult erwarten rund 30% der Befragten negative Auswirkungen auf die Ertragslage in 2020,  während rund zwei Drittel davon ausgehen, dass es keine wesentlichen Auswirkungen gibt.

Die Unternehmensvertreter schätzen die tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen in den meisten Branchen als sehr begrenzt ein. 37% Umfrageteilnehmer erwarten negative Auswirkungen auf das Branchenwachstum im Jahr 2020 – besonders betroffen seien hier vor allem der Automobil- und Tourismusbereich. Mittelfristig schätzen lediglich 7% der Befragten die Auswirkungen auf ihr Branchenumfeld negativ ein.

„Die Auswirkungen sind von Branche zu Branche und von Unternehmen zu Unternehmen sehr verschieden. Das macht die Lage sehr komplex und führt zu Unsicherheit“, betont Jens Hecht, Vorstand der Kirchhoff Consult AG.

Mit Hoffnung schaut man auf die EZB-Sitzung am Donnerstag.
Mit Hoffnung blickt man auf die EZB-Sitzung am Donnerstag und eine mögliche Leitzinssenkung.

Hoffnungsschimmer EZB

Viel Hoffnung setzen Wirtschaftsvertreter derweil auf die EZB – nach der überraschenden Zinssenkung der US-amerikanischen Fed vergangene Woche, erhofft man sich auch von der Europäischen Zentralbank eine Stütze für die Konjunktur.

Am kommenden Donnerstag wird entschieden, ob der Leitzins weiter gesenkt wird – Experten, wie z.B. Commerzbank-Chefvolkswirt Dr. Jörg Krämer, erwarten mitunter eine Senkung des Einlagensatz um 10 Basispunkte auf minus 0,6%.

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redaktionsleitern Kapitalmarktmedien bei der GoingPublic Media AG. Ihre Schwerpunktbereiche liegen bei Themen rund um IPOs, Investor Relations, Unternehmensfinanzierung und den Kapitalmärkten in Österreich und der Schweiz.