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Das Coronavirus lässt aktuell die gesamte Wirtschaftswelt den Atem anhalten. Die chinesische Regulierungsbehörde will dem Abwärtstrend am Markt nun mit einer neuen Methode entgegenwirken.

Asien ist aktuell trotz der Corona-Krise der weltweite Anführer des IPO-Markts – doch darauf möchte sich die Chinesische Regulationsbehörde nicht ausruhen: die Durchführung sogenannter „Mini-IPOs“ soll nun schneller vorangetrieben werden. So sollen besonders kleinere, innovative Unternehmen gefördert werden, denen die Auswirkungen der Krise derzeit besonders zusetzen.

„Die Epidemie macht den kleinen und mittleren Unternehmen das Leben schwer, weshalb Peking die Reform beschleunigt“, erklärte der Chef der Private Equity-Firma, Xin Ding Capital, Zhang Chi, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Da die kleinen und mittleren Unternehmen einen Großteil der chinesischen Arbeitnehmer beschäftigen, könnte die Reform Medienberichten zufolge bereits bis Juli eingeführt werden. Dies wäre bereits der zweite größere Reformschritt der chinesischen Regierung innerhalb nur eines Jahres. Zu den weiteren Zielen gehören unter anderem aufstrebende Technologiefirmen, 5g-Telekom- und Künstliche-Intelligenzunternehmen zu finanzieren.

Bereits über 100 Unternehmen quer über alle Branchen verteilt sollen bereits Interesse an eine „Mini-IPO“ haben. Für diese Firmen ist die neue Option so etwas wie ein neuer Ausweg. Hierzu gehören unter anderem das Pharmaunternehmen Senxuan Pharmaceutical und das Telekommunikationsunternehmen Guizhou Flidam Technology.

MindestmarketCap von 25. Mio. EUR

Als Mindestmarktkapitalisierung sind bei diesen neuartigen Börsengängen nur noch rund 25 Mio. EUR vorgesehen – zum Vergleich ist die Untergrenze am Star Market in Shanghai fünfmal so hoch. Um zusätzlich die Investitionen zu fördern hat die Behörde den Kreis der möglichen Investoren durch eine Senkung der Mindestvermögenschwelle erhöht. Außerdem soll auch Investmentfonds der Zugang erlaubt werden.

Diese Regelreform, könnte chinesische Firmen in Zukunft davon überzeugen den heimischen Börsenplatz einem anderen vorzuziehen: in der Vergangenheit wurden sie oft besonders durch eine breitere Investorenmasse sowie kürzere Genehmigungsverfahren ins Ausland gelockt.

„Chinas Wirtschaft bewegt sich auf ein stärker innovationsbasiertes Wachstumsmodell zu, und man muss die Kapitalmärkte umgestalten, um diesen Wandel zu unterstützen“, beurteilt Fan Lei, Ökonom bei dem Finanzdienstleister Sealand Securities.