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Die zweite Hälfte des Jahres 2020 wird voraussichtlich weltweit ein starkes BIP-Wachstum – ausgehend von einem niedrigen Niveau im 2. Quartal – aufweisen: mit sinkenden Arbeitslosenzahlen in einer Reihe von Ländern und einem allgemein verbesserten Konsumklima. Während sich Aktien von ihren Tiefstständen im März deutlich erholt haben, könnten weitere Gewinne durch drei entscheidende Faktoren unterstützt werden. Von Jason Pidcock

Faktor eins ist die weiterhin sehr lockere Geldpolitik und steigende Geldmenge, die in den meisten großen Volkswirtschaften zu beobachten ist. Dies könnte zu Bedenken hinsichtlich der Inflation im Jahr 2021 führen. Demzufolge ist es nachvollziehbar, dass der Goldpreis angestiegen ist. Es ist schwierig, eine Entwicklung des Goldpreises vorherzusagen – wie den Kurs jeder anderen Währung auch. Einige Anleger könnten sich dafür entscheiden, das Aufwärtspotenzial von Aktien mit dem von Gold zu vergleichen und zwischen den beiden zu wählen.

Im Vergleich zu vielen Alternativen sollten die Vorteile von Aktien jedoch deutlicher hervortreten – insbesondere dann, wenn die Anleger ein Einkommen brauchen und die monetäre Euphorie dazu führen wird, dass Vermögenswerte auf einem höheren Niveau bewertet werden, als dies sonst der Fall gewesen wäre. Zugunsten von Aktien spricht zum zweiten, dass sich die Volkswirtschaften erholen und sich die Aussichten auf Unternehmensgewinne für viele verbessert haben, wenn auch nicht in allen Sektoren. Man ist erleichtert, dass das Jahr 2020 hinsichtlich der nicht wiedergutzumachenden wirtschaftlichen Schäden nicht noch schlimmer verlaufen ist.

Einige Investoren, die große Barmittelbestände aufgebaut hatten, werden also wieder in die Märkte zurückgelockt, da die als Cash-Puffer genutzte Versicherungspolice nicht mehr so stark benötigt wird. Faktor drei ist, dass Wissenschaftler und Pharmakonzerne in den nächsten Monaten wohl dazu beitragen werden, die Welt sicherer zu machen. In Asien zeichnen sich drei Sektoren dadurch aus, dass sie die Vorteile steigender Märkte nutzen und gleichzeitig bis zu einem gewissen Grad vor den mit einer höheren Inflation einhergehenden Risiken schützen können.

Es handelt sich um Unternehmen mit realen Vermögenswerten, die in der Lage sind, günstige Neupreisbildungen zu erzielen, wie einige Immobilien- und Rohstoffunternehmen, verbraucherorientierte Unternehmen mit widerstandsfähiger Verkaufs- und Preissetzungsmacht und Industrie-/Technologieunternehmen mit starken Bilanzen, erwiesener Innovationsfähigkeit und Disziplin beim Kapitaleinsatz.

Über den Autor

Jason Pidcock

Jason Pidcock ist Head of Strategy, Asian Income bei Jupiter Asset Management.