Von einem ruhigen Jahresstart 2020 konnte bislang wahrlich keine Rede sein: Abgesehen von den verheerenden Buschbränden in Australien hat die Klimadebatte eine neue Schärfe hierzulande erreicht.

Nachdem Siemens-CEO Joe Kaeser das zweifelhafte Kohleminenprojekt in Australien trotz anfänglicher Bedenken nun doch durchziehen will, scheint die Diskussion am Kapitalmarkt eine neue Ebene zu erreichen. So haben einige Kleinaktionäre bereits angekündigt, den Siemens-Chef auf der Hauptversammlung des DAX-Konzerns Anfang Februar nicht entlasten zu wollen.

Das umstrittene Kohlemine-Projekt in Australien soll statt finden. Foto:Евгений Мирошниченко@stock.adobe.com
Das umstrittene Kohlemine-Projekt in Australien soll statt finden. Foto: stock.adobe.com

Der Nachhaltigkeits-Debatte die Krone aufgesetzt hat nun diese Woche auch noch Blackrock-CEO Larry Fink. In einem regelrechten „Brandbrief“ an alle entscheidenden Wirtschaftslenker fordert er zu einem noch stärkeren Umdenken angesichts des Klimawandels auf. So sei er davon überzeugt,  dass wir vor einer fundamentalen Umgestaltung der Finanzwelt stünden. Aktuell werde zudem nicht genug getan seitens der Unternehmen und Regierungen. „Jede Regierung, jedes Unternehmen und jeder Anleger muss sich mit dem Klimawandel auseinandersetzen“, macht Fink in seinem Schreiben deutlich.

Und mehr noch: „Angesichts der wachsenden nachhaltigkeitsbezogenen Anlagerisiken sind

Larry Fink. Foto: Blackrock
Larry Fink. Foto: Blackrock

wir zunehmend geneigt, Vorständen und Aufsichtsräten unsere Zustimmung zu verweigern, wenn ihre Unternehmen bei der Offenlegung von Nachhaltigkeitsinformationen und den ihnen zugrunde liegenden Geschäftspraktiken und -plänen keine ausreichenden Fortschritte machen“.

Ob der „große Knall“ des Umdenkens die Unternehmenslenker auch wirklich erreicht, wird sich zeigen müssen. Weitermachen wie bisher könnte aber definitiv keine zeitgemäße Haltung mehr sein.

Der Kommentar erschien im Rahmen des Newsletters KapitalmarktUpdate.

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de