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Der Asset Manager Bantleon will sich von seiner industriellen Beteiligung an der LPKF trennen und prüft deshalb verschiedene Optionen eines Ausstiegs. 

„Wir haben LPKF auf dem Weg zu einem wieder wachsenden Technologie-Unternehmen unterstützt“, betont Jörg Schubert, Vorstand der Beteiligungsgesellschaft der German Technology AG, die zur Bantleon Bank Gruppe gehört. „Wir sehen uns aber nicht als langfristiger Begleiter für Industrieunternehmen. Deshalb haben wir uns entschieden, uns von LPKF und damit von unserer letzten industriellen Beteiligung zu trennen.“ Bantleon wird sich künftig wieder ausschließlich auf seinen Kernbereich, das institutionelle Asset Management, konzentrieren.

Der in der Schweiz ansässige Vermögensverwalter sieht die LPKF Laser & Electronics AG jedoch auf Zukunftskurs, nachdem das Technologie-Unternehmen zuletzt ein deutliches Umsatz- und Ertragswachstum erzielt hat.

Jörg Bantleon
Jörg Bantleon – Gründer und Eigentümer der Bantleon Bank Gruppe.

Aktuell hält die German Technology AG 18,2% des im SDAX notierten Konzerns – weitere 10,4% werden von Jörg Bantleon, dem Gründer und Eigentümer der Bantleon Bank Gruppe, gehalten.

Der Schweizer Asset Manager hat jetzt eine Investmentbank damit beauftragt, verschiedene Optionen zu prüfen. „Ein Ausstieg über den Markt hätte den Vorteil, dass LPKF nach dem Aufstieg in den SDAX eine deutlich größere Sichtbarkeit auf Investorenebene bekommen würde“, sagt Schubert. „Alternativ sprechen wir für den kompletten 28,6%-Anteil in einem finalen Stadium mit einem strategischen amerikanischen Investor aus einem benachbarten Technologiesegment.“

12-Monats-Chart der LPKF-Aktie. Quelle: OnVista.
12-Monats-Chart der LPKF-Aktie. Quelle: OnVista.

Jörg Bantleon hat der prozessbegleitenden Investmentbank im Fall einer Platzierung der Aktien am Kapitalmarkt zugesichert, mit seinen privat gehaltenen Aktien weiterhin für mindestens sechs Monate nach dem Abschluss der Platzierung Aktionär von LPKF zu bleiben. Es ist derzeit nicht abzusehen, wann der Prozess abgeschlossen sein wird.

Bantleon ist seit Juni 2016 an LPKF beteiligt und mit Dr. Markus Peters seit 2017 im Aufsichtsrat vertreten. Seitdem konnten zahlreiche Veränderungen vor allem in der Unternehmensführung sowie in der Finanzierungs- und Bilanzstruktur durchgesetzt werden, in deren Folge LPKF  laut Angaben von Banleon wieder profitabel wächst. „Die erfreuliche Unternehmensentwicklung wird mittlerweile auch an der Börse durch einen gestiegenen Aktienkurs honoriert. Damit haben wir unsere selbst gesteckten Ziele schneller als erwartet erreicht“, erklärt Markus Peters, Vorstand der German Technology AG und Aufsichtsratsvorsitzender von LPKF. Er wird nach dem Abschluss der Transaktion weiterhin als Aufsichtsratsvorsitzender dort fungieren.

Analysten schätzen die LPKF-Aktie positiv ein: Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat die Einstufung für den Laserspezialisten nach einer Investorenveranstaltung am 21. Mai auf „Buy“ mit einem Kursziel von 40 EUR belassen. Die LIDE-Technologie des Laserspezialisten biete großes Potenzial und könnte das Geschäftsmodell grundlegend wandeln, so die Analysten.

 

 

 

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redaktionsleitern Kapitalmarktmedien bei der GoingPublic Media AG. Ihre Schwerpunktbereiche liegen bei Themen rund um IPOs, Investor Relations, Unternehmensfinanzierung und den Kapitalmärkten in Österreich und der Schweiz.