Fußball-Drittligist Unterhaching macht Ernst in Sachen Börsengang: Mehr als 7. Mio. EUR will der Sportverein durch das geplante IPO einnehmen  – und könnte damit seinem Ziel, in die 2. Bundesliga aufzusteigen, näher kommen.

Das öffentliche Angebot im Rahmen des Börsengangs der Spielvereinigung Unterhaching Fußball GmbH & Co. KGaA an der Börse München beginnt am 15. Juli und endet voraussichtlich am 26. Juli. Es werden bis zu 954.365 Aktien zu einem Festpreis von 8,10 EUR je Aktie angeboten. Die Aktien stammen vollständig aus einer Kapitalerhöhung. Entsprechend wird der gesamte Bruttoemissionserlös von bis zu 7,7 Mio. EUR in den Fußballverein fließen.

Mit dem Börsengang soll die finanzielle Planungssicherheit für die kommenden drei Jahre erzielt werden – so sei vor allem der Aufstieg in die 2. Bundesliga das Ziel. Die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) ausgezeichnete Nachwuchsförderung der Spielvereinigung ermöglicht zwar regelmäßig Transfererlöse, doch um das Ziel Aufstieg zu erreichen, sollen Top-Talente länger gehalten und der Kader gezielt verstärkt werden.

Breit gestreute Eigenkapitalbasis

„Wir befassen uns seit weit über einem Jahr intensiv mit dem Thema Börsengang. Nach den Gesprächen der vergangenen Tage und Wochen bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass es der für uns richtige Weg ist und ein ambitionierter und schuldenfreier Drittligist auch für Anleger interessant sein kann“, betont Geschäftsführer Manfred Schwabl.

„Jetzt soll uns eine breit gestreute Eigenkapitalfinanzierung die finanzielle Sicherheit geben, um den Aufstieg bis zur Saison 2021/22 offensiv anzugehen“, so Schwabl weiter.

Allein die TV-Einnahmen würden sich im Fall des Aufstiegs in die 2. Liga von aktuell 1 Mio. EUR auf rund 10 Mio. EUR vervielfachen. Auch die Einnahmen durch Ticket-Verkäufe und Sponsoring würden sich voraussichtlich mehr als verdoppeln. Insgesamt erwartet die Spielvereinigung Unterhaching, in der 2. Bundesliga einen erheblichen Jahresüberschuss erzielen zu können.

Der Verein wird auch künftig die Kontrolle über die Geschäftsführung der börsennotierten Gesellschaft verfügen. Der Verein wird nach dem Börsengang mindestens 50% der Aktien halten. Außerdem ist er 100%-iger Gesellschafter der Haching Verwaltungs GmbH. Diese ist alleinige persönlich haftende Gesellschafterin („Komplementärin“) der Spielvereinigung Unterhaching Fußball GmbH & Co. KGaA und übt damit die Geschäftsführung aus.

Bildnachweis: @BillionPhotos.com – stock.adobe.com

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redakteurin des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für goingpublic.de