Im Rahmen der 34. JP Morgan Healthcare Konferenz in San Francisco hat der im Oktober vergangenen Jahres gestartete German Accelerator Life Sciences (GALS) die ersten vier Unternehmen vorgestellt, die am GALS-Programm in Cambridge teilnehmen werden. AYOXXA Biosystems, PEPperPRINT, Personal MedSystems und Sonormed sollen demnach für eine Laufzeit von bis zu zwölf Monaten eine speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Unterstützung erhalten.

Der German Accelerator Life Sciences gilt als Baustein einer größeren Initiative der Bundesregierung, die Unternehmertum im Hightech- und Life Sciences-Bereich unterstützten soll. „Unser Ziel ist es, Erfolgsgeschichten zu schreiben, die andere Gründer motivieren und Investoren sowie die breite Öffentlichkeit überzeugen, an Deutschlands Zukunft als führender Innovationsstandort in der Medizin zu glauben“, sagte Christoph Lengauer, Geschäftsführer von GALS.

Der GALS wählt die Unternehmen aufgrund ihres Potenzials im globalen Markt aus. Für deutsche Gründer kann es schwierig sein, die US-amerikanischen Gepflogenheiten zu verstehen, insbesondere im Bereich der Life Sciences. „Manche Technologien und Geschäftsmodelle haben in den USA bessere Chancen als in Deutschland oder Europa. Digital Health-Startups dürften ein gutes Beispiel hierfür sein. Während Europa noch zögert, haben die USA bereits gezeigt, dass sie für die digitale Zukunft des Gesundheitswesens bereit sind“, kommentierte Lengauer im Rahmen seines Vortrags.

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Die Produkte dieser Unternehmen reichen von der Tinnitustherapie durch speziell gefilterte Musik und der Schlaganfallprävention mit einer mobilen EKG-App bis hin zu neuen Plattformtechnologien für die medizinische Diagnostik und Forschung. So hat das Kölner Unternehmen AYOXXA Biosystems eine Technologieplattform entwickelt, mit der multiple Proteinbiomarker in sehr kleinen Volumina biologischer Proben analysiert werden können – und das gleichzeitig und mit hoher Messgenauigkeit. Die LUNARIS™ BioChips sollen die Proteomforschung in der Biomedizin, dem Wirkstoffscreening und der präklinischen Diagnostik vorantreiben. Kern der Technologie ist eine bead-basierende Methode, die 10.000-mal mehr Datenpunkte erzielt als ein herkömmlicher Immunoassay.

PEPperPRINT ist ein junges Biotechnologie-Unternehmen aus Heidelberg. Das Unternehmen verfügt über ein Laserdruckverfahren zur Herstellung von hochdichten Peptidmicroarrays für die biomedizinische Forschung und Entwicklung. Mit einer erstmals erreichten Spotdichte, Qualität und Flexibilität ermöglicht PEPperPRINT den breiten und effizienten Einsatz von Peptidmicroarrays für Anwendungen wie das Epitopmapping von Antikörpern, die Antikörperprofilierung in Seren, die Impfstoffentwicklung und die Suche nach neuen Biomarkern und peptidischen Wirkstoffen.

Personal MedSystems entwickelt mobile Diagnostikgeräte, die den Zugang zum mobilen Gesundheitswesen ermöglichen sollen. Das Produkt CardioSecur ist eine mobile und innovative EKG-App, die es sowohl Patienten als auch Ärzten erlaubt, sofort und ortsungebunden EKG-Profile durchzuführen und abzulesen. Cardiosecur ist das erste und einzige 22-Kanal EKG System, das mit nur vier Elektroden funktioniert und sowohl von Ärzten als auch Patienten einfach zu bedienen ist.

Das Hamburger Start-up Sonormed schließlich besitzt einen Fokus auf digitaler Audiologie. Ein Team von Toningenieuren, Informatikern und Neurobiologen entwickelte und vertreibt das zertifizierte Medizinprodukt Tinnitracks. Tinnitracks ist eine neuro-akustische Behandlungsalternative für Tinnitus-Patienten und als Smartphone und Web App verfügbar. Die App filtert in einem komplexen Prozess die individuelle Tinnitus-Frequenz der Nutzer aus ihrer Lieblingsmusik und schafft so einen zuverlässigen, maßgeschneiderten Zugang zu einer neurowissenschaftlich geprüften Tinnitus-Therapie. Seit September 2015 erstattet mit der Techniker Krankenkasse die größte deutsche gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für Tinnitracks.

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