UnternehmerTUM, Zentrum für Innovation und Gründung, hat am Freitag das erste öffentlich zugängliche Biotech-Labor der Bundesrepublik eröffnet. Die „Bio.kitchen“ soll Interessierten Zugang zum freien Experimentieren ermöglichen – vor allem in den Bereichen Molekularbiologie, Gentechnik und Mikrobiologie. Darüber hinaus bietet das Labor allen Start-ups exzellente Möglichkeiten, die an intelligenten Labortechnologien arbeiten.

Vorbilder: William Hewlett, David Packard, Steve Wozniak

„Wir möchten die Innovationskraft aller Life-Science-Talente bündeln, die Lust am Experimentieren haben und ihre eigenen Ideen verwirklichen wollen und dafür weder an einer Hochschule noch in der Industrie Raum dafür finden“, erklärt Rüdiger Trojok, Mitgründer und Laborleiter der Bio.kitchen. Vorbild sind Tech-Koryphäen wie William Hewlett und David Packard oder Steve Wozniak, die in der privaten Garage Ideen verwirklichten, aus denen sich später Weltkonzerne entwickelt haben. „Nun haben wir erstmals auch für ambitionierte Biohacker nicht nur die passende „Garage“ samt Ausrüstung parat“, so Diplombiologe Trojok, „sondern auch einen Ort, an dem man sein Wissen mit anderen Experten teilen kann.“

Bio.kitchen bietet alles, was man von der DNA-Sequenzierung bis zur Probenanalyse braucht. Darüber hinaus bekommt jeder Nutzer Zugang zu Europas größter Prototypen-Hightech-Werkstatt MakerSpace, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Labor befindet. Zusätzlich bietet UnternehmerTUM den Zugriff auf ein Netzwerk aus Industriepartnern, Wissenschaftlern, Investoren und hochrangigen Politikern.

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Dabei gewährleistet Bio.kitchen adäquate Schutzmaßnahmen. „Unsere Einrichtung entspricht den gesetzlichen Sicherheitsstandards für Labore der Stufe eins“, erläutert Trojok. Darunter fallen alle mikrobiologischen und molekularbiologischen Arbeiten, bei denen nicht von einem Risiko für die menschliche Gesundheit und Umwelt auszugehen ist.

Lösung gegen multiresistente Keime

Ein internationales Experten-Netzwerk haben die beiden Laborgründer Trojok und Jérôme Lutz bereits zusammengebracht, die im Bereich Phagentherapie im Bio.Kitchen-Labor von UnternehmerTUM forschen möchten. Mit der Weiterentwicklung dieser gutartigen personalisierten Viren soll es in Zukunft gelingen, bakterielle Krankheiten ohne Antibiotika zu heilen. „Es ist absolut möglich, dass hier Biohacker das globale Problem multiresistenter Keime lösen”, sagt Trojok, der schon die Bundesregierung als Experte für Synthetische Biologie beraten hat.

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