Der Antikörper Wirkstoffentwickler Kymab konnte in der jüngsten Serie B Finanzierung insgesamt 40 Mio. USD an frischen Mitteln einwerben. Dabei kamen etwa 20 Millionen von der Bill und Melinda Gates Stiftung, die anderen 20 Millionen steuerte der Wellcome Trust bei, der bereits 2010 30 Mio. USD in Kymab investiert hatte. Die finanziellen Mittel sollen nun zur schnellen Weiterentwicklung der transgenen Kymouse genutzt werden. Mit dieser Plattform-Technologie lassen sich menschliche Antikörper zur Behandlung von Krankheiten herstellen. Kymab Geschäftsführer Christian Grøndahl freute sich über die gelungene Finanzierungsrunde. Nun könne die proprietäre Pipeline der „First-in-Class“ Therapeutika, die sich gegen Krankheiten richten, die bisher nur unzureichend behandelbar sind, in die nächste Runde gehen.

Gemeinsam mit der Gates Stiftung gegen Malaria und HIV
Das im britischen Cambridge angesiedelte Unternehmen wird zudem mit der Gates Stiftung und deren Partnern kollaborieren. Dabei sollen primär Antigene erforscht werden, die sich zur Entwicklung eines Impfstoffes eignen könnten. Der Fokus liegt dabei vorerst auf Malaria und HIV. Die in Seattle, USA, beheimatete Gates Foundation ist die größte private Stiftung weltweit und setzt sich vor allem für vernachlässigte Krankheiten ein. Im vergangenen Jahr hat die Stiftung des Microsoft Gründers Bill Gates eine Partnerschaft mit der Europäischen Kommission unterzeichnet. Ziel hierbei, die Bekämpfung von Krankheiten, die primär durch Armut entstehen. Darunter finden sich Krankheiten wie HIV/AIDS, Tuberkulose, Malaria und einige andere. Auch die Zusammenarbeit mit Kymab dient dazu, Krankheiten zu bekämpfen, von denen aktuell die Armen dieser Welt überproportional betroffen sind. Trevor Mundel, der die Gates Stiftung nach außen vertritt, ist davon überzeugt, dass Kymab aktuell eine der umfangreichsten transgenen Technologien besitzt, um die Gesamtheit der menschlichen IgG (Immunglobulin G) Diversität abzubilden.

Kollaborationspartner gesucht
Immunglobuline sind Antikörper, wobei die G-Klasse vor allem gegen eingedrungene Viren und Bakterien wirksam ist. Die zu den Glykoproteinen zählenden Moleküle werden nach Kontakt mit einem Antigen von den B-Lymphozyten, einem Teil der weißen Blutzellen, gebildet. Aktuell besitzt Kymab zehn Forschungsprogramme mit therapeutischen Antikörpern mit Fokus auf Krebs und Entzündungen. Neben dem Ausbau der eigenen Pipeline plant das Unternehmen eine limitierte Anzahl strategischer Kollaborationen zur Identifizierung und Entwicklung von Antikörpern gegen ganz verschiedene Krankheiten.

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