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Smart Investor Weekly 25.05.2010, 16:58  
Wer Fehler macht - – muss den Schaden auch beseitigen!

Seit nun mehr fünf Wochen strömt Rohöl aus dem Bohrloch der, von BP betrieben und inzwischen gesunkenen Ölplattform „Deepwater Horizon“ aus. BP hat versprochen alle Kosten für die Beseitigung der Ölpest zu übernehmen und die Betroffenen zu entschädigen – man darf gespannt sein.

Verantwortung übernehmen
Eigentlich sollte dies ja auch eine Selbstverständlichkeit sein. BP hat nicht sorgfältig gearbeitet, besser gesagt die Wahrscheinlichkeit einer großen Katastrophe für gering erachtet und aufgrund des miserablen Risikomanagements enorme Schäden verursacht. Diese zu beseitigen ist die Aufgabe des Unternehmens. Erstaunlich ist nur, dass dies im Falle BPs der politischen Klasse richtigerweise als selbstverständlich erscheint, wohingegen es im Finanzsektor dieses Denken scheinbar nicht gibt. Hier haben Banken teilweise unzumutbare Risiken auf sich genommen und lagen mit ihren angenommenen Wahrscheinlichkeiten meilenweit daneben, dafür gerade stehen müssen plötzlich jedoch andere. Oder nehmen wir das Beispiel Griechenland, auch hier wurde jahrelang nicht ordentlich gewirtschaftet. Und wiederum müssen andere die Zeche dafür (mitbe-)zahlen. Dass man im Falle einer Niederlage diese auch klar benennt und dann entsprechende Maßnahme ergreift zeigt übrigens der FC Bayern München, der ja schon im letzten Weekly Gegenstand unserer Überlegungen war. Dabei waren wir wohl so überzeugend, dass sich sogar N-TV des Themas annahm und ein Interview mit einem unserer Redakteure sendete. Dass die Bayern verloren haben, ist nun nicht unbedingt ein Zeugnis dafür, dass die Österreichische Schule die „unterlegene“ Philosophie ist. Vielmehr geht es im Sport um Wahrscheinlichkeiten und darum bestimmte Muster zu erkennen und sich auf diese einzustellen – und dabei war das Team von José Mourinho erfolgreicher. Was nicht bedeutet, dass Inter Mailand das bessere Unternehmen ist.



D1 war es nicht!
Wie im Sport und in der Wirtschaft geht es auch an der Börse um bestimmte Muster und diesen Mustern gewisse Wahrscheinlichkeiten zuzuordnen. Die Bewegung am 6. Mai war ein solches Muster. Wir hatten es als D1 bzw. Shake-out identifiziert (siehe auch aktuelles Heft 6/2010 S. 39 sowie S. 54).Und lagen damit wohl leider falsch. Für einen Shake-out hätten die Kurse schließlich den Bereich zwischen 6.100 und 6.300 Punkten im DAX überwinden müssen. Wobei wir auch immer daraufhingewiesen hatten, dass diese Zone eine neuralgische ist und der Widerstand hier sehr stark ausgeprägt ist. Da der DAX nun zum zweiten Mal von dieser Marke abgeprallt ist, ist eine längere und stärker ausgeprägte Korrektur wahrscheinlicher geworden. Zumal die Unsicherheit in den Märkten nach wie vor sehr stark ist.

Crack-up-Boom nicht beendet
Dennoch behalten wir unserer These des Crack-up-Booms (CuB) bei. Sicherlich gibt es einige Indizien für die gegenteilige Ansicht. So sind beispielsweise die Sparmaßnahmen in Spanien und Großbritannien als deflationär einzustufen. Wir beschäftigen uns daher natürlich auch mit den Gegenstimmen und räumen diesen ebenfalls Platz in unserem Heft ein (beispielsweise im Interview mit Dirk Müller 6/2010 S.25). Wir jedoch können immer noch keine andere Entwicklung sehen als unser CuB-Szenario. Solange alle Schuldner aufgefangen werden und ab einer bestimmten Größe keine Bank und kein Unternehmen mehr die Konsequenzen des Marktes spüren muss, so lange können wir das Einsetzen eines zweiten deflationären Crash, wie er 2008 stattfand, nicht erkennen. Die These von Felix Zulauf, der uns prinzipiell mit dem CuB Szenario Recht gibt, ihn aber länger andauern erwartet und als eine ganze Reihe von Erholungs- und Enttäuschungsphasen sieht (s. a. Smart Investor 6/2010 S.79) wollen wir dabei nicht komplett ausschließen.

Musterdepot
Da wir nun nicht mehr ausschließen können, dass die Korrektur länger und stärker als erwartet andauern könnte, erscheint es uns vernünftig, das
Long-Hebelzertifikat (WKN: GS8YFB) auf den DAX gegebenenfalls glattzustellen. Unser Stoppkurs hierbei liegt bei 5.590 Punkten im DAX auf Schlusskursbasis. Sollte der DAX also um 17:30 (heute oder in den kommenden Tagen) unter 5.590 schließen, werden wir diese Position glattstellen. Der Kurs des Zertifikats dürfte dann um die 4,00 EUR betragen.

Bei Aurelius* (WKN: A0JK2A) ging unser Kauflimit inzwischen auf und wir haben am vergangenen Mittwoch 500 Stück der Aktie erstanden.

Das neue Heft ist da!
Letzten Samstag erschien die neuste Ausgabe des Smart Investor. Wie üblich ist das Heft gefühlt mit spannenden Informationen über den Aktienmarkt. Wir beschäftigen uns mit dem Thema „Geothermie“ und analysieren die Erfolge und Misserfolge von Beteiligungsgesellschaften im vergangenen Jahr. Titelstory ist die „Eroberung der Welt“ durch Asiens Giganten: China und Indien. Weiterhin setzen wir uns mit der Wirtschaftstheorie Silvio Gesells kritisch auseinander und finden mittels Sektorenanalyse heraus, wo die besten Investments zu finden sind.

Österreicher in Hamburg
Am 29. und 30. Mai veranstaltet das Institut für Austrian Asset Managementein ein Wochenendeseminar mit dem Titel „Vermögensanlage in der Krise“. Smart Investor Chefredakteur Ralf Flierl spricht hier über das letzte Aufbäumen des Finanzsystems. Auf der vorletzten Seite des PDFs finden Sie das Anmeldeformular:
http://www.ifaam-institut.de/wp-content/uploads/2010/04/Anlegerseminar_Hamburg_Mai_2010.pdf

Ein Wort in eigener Sache
Wir wurden immer wieder auf die Adressaufkleber unserer Hefte angesprochen. Diese ließen sich nicht leicht ablösen. Im aktuellen Heft (Smart Investor 6/2010 S.79) hatten wir versprochen, dass wir das Problem inzwischen behoben hätten und sie nun leicht abzulösen wären. An der teilweise heftigen Reaktion unserer Leser lässt sich jedoch leider ablesen, dass dieses Problem immer noch nicht zur Zufriedenheit gelöst ist. Wir versprechen hier schnellstens Abhilfe zu schaffen und dafür zu sorgen, dass von der Druckerei der richtige, sich leicht ablösen lassende Kleber verwendet wird.

Fazit
Sollten sich für uns neue Aspekte ergeben, die unsere These des CuB hinfällig lassen werden, dann werden wir keinesfalls zögern dies zu kommunizieren. Derzeit aber sehen wir nach wie vor keine Notwendigkeit hierzu und bleiben daher auch weiter sehr offensiv positioniert.

Fabian Grummes

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:
Eine mit “*“ gekennzeichnete Aktie wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Dienstagnachmittag.



 

 

Die GoingPublic Media AG kann trotz sorgfältiger Auswahl und ständiger Verifizierung der Daten keine Gewähr für deren Richtigkeit übernehmen. Zur Berechnung der abgebildeten Kennzahlen werden die Schlusskurse des jeweiligen Vortages sowie die Gewinn- und Umsatzschätzungen von GoingPublic Research herangezogen. Alle aufgeführten Kurse beziehen sich auf den umsatzstärksten Börsenplatz der letzten 4 Wochen. Informationen zu einzelnen Unternehmen stellen keine Aufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Aktien dar.
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