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MidCap Flash 31.03.2009, 17:16  
Pluszeichen in den Indizes - Globaler BIP-Rückgang erwartet

Die Prognosen für die Weltkonjunktur werden immer düsterer und auch Bundesarbeitsminister Olaf Scholz sieht Schwarz – oder sogar Rot?. Doch von alldem lassen sich die Anleger nicht irritieren, sondern bescheren dem deutschen Aktienmarkt bis zum Ende der Sitzung solide Gewinne.

Die wichtigsten deutschen Indizes beendeten den Handel heute mit einem Plus von bis zu 2 %. Börsianern zufolge soll das sogenannte „Window Dressing“ den Markt gestützt haben. Dies sind Maßnahmen von Investmentfonds, um die Entwicklung zum Schluss eines bestimmten Zeitraums (gegen Quartalsende) aufzubessern. Bei den Technologiewerten gingen die Titel von SMA Solar nach Zahlen auf Berg- und Talfahrt und blieben mit 2 % dann doch in der Minuszone verhaftet. Und das, obwohl der Solartechnikhersteller im vergangenen Jahr den Überschuss verdreifacht und seinen Umsatz mehr als verdoppelt hatte. Dem Branchenkollegen centrotherm erging es derweil besser: Die Aktien notierten mit knapp 2 % auf der Gewinnerseite im TecDax-30, nachdem die Gesellschaft  mitteilte, in den ersten drei Monaten des Jahres Aufträge über 390 Mio. Euro erhalten zu haben (Vorjahr rund 110 Mio. Euro).

Nach der heutigen Bekanntgabe der Arbeitslosenzahlen meldete sich Bundesarbeitsminister Olaf Scholz zu Wort. Für ihn zeige die Entwicklung am Arbeitsmarkt den Ernst der Lage. Die Wirtschaftskrise gehe auch an gut aufgestellten Unternehmen nicht spurlos vorbei, so Scholz. Er appellierte an die Firmen, auf Entlassungen zu verzichten und statt dessen die Möglichkeit von Kurzarbeit zu nutzen.

Laut der Weltbank schrumpft die globale Wirtschaft in diesem Jahr um dramatische 1,7 %. Vor etwa zwei Wochen hatte der Internationale Währungsfonds noch ein Minus nur zwischen 0,5 und 1 % vorausgesagt. Der Welthandel werde um mehr als 6 % einbrechen, so stark wie seit 80 Jahren nicht mehr, hieß es im Wirtschaftsausblick der Weltbank. In der Eurozone wird die Wirtschaft der Studie zufolge um 2,7 % schrumpfen. Trotz dieser düsteren Aussichten legen Dow Jones und Nasdaq aktuell rund 1,5 % zu. Konjunkturell wurde außerdem bekannt gegeben, dass der Chicagoer Einkaufsmanagerindex im März überraschend gefallen ist, während sich das US-Verbrauchervertrauen im gleichen Monat verbessert habe.

Klöckner & Co hat im abgelaufenen Fiskaljahr einen deutlichen Ergebnisanstieg verbucht. Laut dem Stahl- und Metalldistributeur wurde das EBIT um 74 % auf 533 Mio. Euro gesteigert. Der Umsatz lag im Jahr 2008 bei 6,75 Mrd. Euro, nach 6,27 Mrd. Euro im Vorjahr. Angesichts der unsicheren Lage gab Klöckner & Co aber keine Prognose für das Gesamtjahr ab. Zumindest werden jedoch weitere Sparmaßnahmen nicht ausgeschlossen. Aufgrund der guten Bilanz rangierte die Aktie am Nachmittag auf dem ersten Platz im MDax und verzeichnete dort ein Plus von fast 12 % auf 7,57 Euro.

Positive Zahlen legte auch der Sportwagenbauer Porsche vor. Im ersten Halbjahr des
Geschäftsjahres 2008/09 hat die Gesellschaft das Nettoergebnis mehr als vervierfacht, und auch das Vorsteuerergebnis hat sich von 1,66 Mrd. auf 7,34 Mrd. Euro verbessert. Allerdings ging der Umsatz um 13 % auf 3,04 Mrd. Euro zurück. Nur durch Finanzgeschäfte mit VW-Aktien hat Porsche erneut profitiert. Dieser Ergebnisbeitrag wuchs von 850 Mio. auf 6,84 Mrd. Euro. Porsche hatte Anfang Januar die Beteiligung an Volkswagen auf fast 51 % aufgestockt und will in diesem Jahr noch auf 75 % erhöhen. Die Titel verharrten heute jedoch mit 5 % auf 35,12 Euro in der Verlustzone.

Der Holzverarbeiter Pfleiderer hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem unter der schwachen Entwicklung im vierten Quartal zu leiden. Laut dem MDax-Unternehmen sank der Umsatz um 3,6 % auf rund 1,74 Mrd. Euro. Das EBITDA ging um 10 % auf 223,7 Mio. Euro zurück. Für das erste Quartal geht Pfleiderer gegenüber dem vierten Quartal 2008 von einem geringeren Umsatz und EBITDA aus. Verringert hat sich heute auch der Kurs der Anteilsscheine. Sie fielen zuletzt um knapp 2 % auf 2,62 Euro.


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