| IPO im Fokus |
30.06.2010, 16:32 |
| BHB Brauholding AG - Durstlöscher „Made in Bavaria“
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Der Biermarkt ist hart umkämpft und wird überregional zumeist von Großkonzernen dominiert. Die BHB Brauholding Bayern-Mitte AG hat es gleichwohl geschafft, auch als recht kleiner Spieler dank eigener Marken wahrgenommen zu werden. Über die Gelder aus der geplanten Kapitalerhöhung will der Vorstand die Konsolidierung der Branche weiter aktiv mitgestalten.
Holding-Struktur
schafft Flexibilität
Bis in das Jahr 1882 reichen die
Anfänge der traditionsreichen BHB-Kernmarke „Herrnbräu“ zurück. In den
vergangenen sechs Jahren schufen die Verantwortlichen dann mit der Entflechtung
des Brauereigeschäfts von den Immobilienaktivitäten die für die heutige
Unternehmensstruktur notwendigen Voraussetzungen. Während die bereits
börsennotierte BBI AG (Bürgerliches Brauhaus Immobilien), eine Tochter der VIB
Vermögen AG, fortan als Immobilienholding auftreten soll, wurde die BHB als
Holding für das eigene Brauereigeschäft installiert. Die Holding-Konstruktion
bietet vor allem einen wesentlichen Vorteil: Unter dem Dach der BHB lassen sich
so recht unkompliziert weitere Marken oder auch ganze Brauereien eingliedern.
Erklärtes Ziel des BHB-Vorstands ist es nämlich, auch in Zukunft über eine „Buy
& Build“-Strategie am Konsolidierungsprozess der Branche teilzunehmen. Seit
2003 haben die Ingolstädter bereits ein halbes Dutzend Übernahmen regionaler
Brauereien erfolgreich geschultert.
Wachstum im schwierigen Umfeld
Der Bierkonsum ist nicht nur
hierzulande in den letzten Jahren rückläufig. Dieser für die Branche insgesamt
wenig erfreuliche Trend, der sich mit veränderten Konsumgewohnheiten und dem
demographischen Wandel erklärt, sorgt für einen anhaltend hohen
Konsolidierungsdruck. Nach Einschätzung des BHB-Vorstands wird sich die
Übernahmewelle mit Blick auf die nächsten Jahre sogar noch verstärken. Neben
gezielten Zukäufen in den regionalen Stammmärkten Süddeutschlands möchte die
Unternehmensführung auch im Ausland weiter wachsen. Vor allem in Italien, wo man
bereits seit 20 Jahren vertreten ist, sieht BHB-Vorstand Franz Katzenbogen
Chancen. Zudem seien mittel- bis langfristig auch andere angrenzende Märkte wie
Österreich und Ungarn für BHB ein Thema. Und selbst für den Nicht-Biertrinker
hat BHB das Passende im Angebot. So umfasst die Produktpalette mehr als 20
verschiedene alkoholfreie Erfrischungsgetränke. Auf die Mineralwässer,
Limonaden, Schorlen und Energy Drinks entfällt rund ein Drittel des
Konzernumsatzes.
Trotz des rückläufigen Marktes hat BHB gute Chancen, ihr Umsatzniveau von 15,5
Mio. Euro 2009 in diesem und dem nächsten Jahr zumindest zu behaupten. Dabei
könnte die Profitabilität leicht steigen, da das Unternehmen voraussichtlich
noch stärker als bislang auf margenstärkere Eigenmarken setzen wird. Mögliche
Übernahmen von weiteren Brauereien oder Vertriebsrechten sind in dieser
Prognose nicht berücksichtigt.
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BHB
Brauholding AG – Geschäfts- und Kennzahlen
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2009
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2010e
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2011e
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Umsatz*
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15,5
|
15,5
|
15,5
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Nettoergebnis*
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0,1
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0,2
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0,3
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EpS
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0,04
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0,06
|
0,10
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KGV
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79
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35
|
25
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*) in
Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle: eigene Schätzungen GoingPublic
Research
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Kapitalerhöhung zum Festpreis
Nachdem erst im Februar
Katzenbogen und sein Vorstandskollege Gerhard Bonschab zu einem Ausgabepreis
von 2 Euro zusammen 400.000 Aktien im Rahmen einer Barkapitalerhöhung
zeichneten, steht nun eine weitere und zugleich größere Kapitalrunde an. Das
öffentliche Angebot umfasst bis zu 1,6 Mio. Aktien, die vermutlich ab Ende Juni
zu einem bei Redaktionsschluss nicht bekannten Festpreis gezeichnet werden
können. Bei voller Platzierung am Mittelstandssegment m:access der Börse
München würde der Anteil des Managements von derzeit knapp 27% auf 13% fallen.
Katzenbogen will den Erlös zur Tilgung von Bankschulden und für weitere Expansionsschritte
(Akquisitionen) einsetzen. Das Unternehmen plant bei einem Ausgabekurs von 2,80
Euro mit einem Emissionserlös von bis zu 4,5 Mio. EUR.
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BHB Brauholding AG –
Emissionsparameter
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WKN
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A1C
RQD
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Erstnotiz
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voraussichtlich 8.
Juli
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Zeichnungsfrist
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voraussichtlich 28
Juni bis 5. Juli
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Preis
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2,80 Euro (Festpreis)
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MarketCap
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ca.
8,7 Mio. Euro
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Marktsegment
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m:access
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Emissionsprospekt
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ja
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Emissionsvolumen
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bis zu 1,6 Mio. Aktien
aus Kapitalerhöhung
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Emissionsvolumen bis
zu 4,5 Mio. Euro
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Konsortium
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Baader
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Free Float
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Bis zu 52%
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Internet
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www.bhb-ag.de
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Fazit
BHB hat in den vergangenen Jahren
die Plausibilität seines Geschäftsmodells in einem durchaus anspruchsvollen
Umfeld unter Beweis gestellt. Die Expansion geschieht mit Augenmaß und ohne
sich in schwer kalkulierbare Abenteuer zu verzetteln. Vor dem Hintergrund der
soliden Bilanzstruktur und eines deutlich positiven Cashflows will der Vorstand
in Zukunft eine Dividende zahlen. Auch das macht – zusammen mit dem durchaus
fairen Ausgabebreis von 2,80 Euro – aus der BHB-Aktie ein Papier mit Bodenhaftung
und Substanz.
Marcus Wessel
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