| IPO im Fokus |
23.03.2010, 18:02 |
| Joyou - Chinesische Wasserspiele
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Es soll das bisher größte IPO eines chinesischen Unternehmens im hiesigen Prime Standard werden: Das Emissionsvolumen von bis zu 137 Mio. EUR kann sich sehen lassen – so wie die Story des Börsenaspiranten und dessen „stylische“ Produkte.
Zugegeben,
man kann sie nicht anziehen wie im Falle von Tom Tailor, doch ist der tägliche
Umgang damit praktisch unumgänglich: Badarmaturen. 2.500 Läden umfasst das
Joyou-Vertriebsnetz schon in China, weitere 1.000 sollen mittelfristig dazu
kommen. Der deutsche Armaturenhersteller
Grohe stieg vor Kurzem mit 10% bei den Chinesen ein – kein schlechtes Signal,
denn Grohe steht für den „Goldstandard“ im Baddesign. Das Management schwärmte
bei der Emissions-Pressekonferenz in höchsten Tönen von seinem neuen Partner,
dessen Produkte Joyou in China vertreibt („Deutschland ist fast überall
Marktführer“). Überschneidungen mit der eigenen Produktpalette gebe es nicht,
da sich Joyou an das 2., 3. oder gar 4. Segment richtet und nicht
5-Sterne-Hotels ausstattet. An den chinesischen Mittelstand eben, und der
wächst rasant.
Börsengang
Die maximal 8,05 Mio.
Aktien können bis zum 26. März in einer Spanne von 12,50 bis 17 EUR gezeichnet
werden, Erstnotiz im Prime Standard soll am 30. März sein. Daraus errechnet
sich ein Emissionserlös von 87 bis 137 Mio. EUR, wobei nur der Greenshoe (rund
1 Mio. Papiere) von Alteigentümern stammt. Endlich mal wieder ein IPO, bei dem
nicht einfach Schulden getilgt werden sollen: So haben die Chinesen äußerst
konkrete Pläne, was sie mit dem Erlös anstellen möchten, namentlich den Kauf
eines Keramikherstellers für 35 Mio. EUR, die Ausweitung der
Galvanisierungskapazitäten für rund 30 Mio. EUR, Marketing, neue Standorte und
vieles mehr. Man möchte ihnen gönnen, dass es eher 130 Mio. EUR werden, damit
sie ihre lange Liste, die sogar im Emissionsprospekt verbürgt ist, auch
wirklich abarbeiten können. Macquarie und die chinesische CICC bilden die
Konsortialführung.
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Joyou
AG - Geschäfts- und Kennzahlen
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2009
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2010e
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2011e
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Umsatz*
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172,3
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230,0
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285,0
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Nettoergebnis*
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22,3
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32,0
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43,0
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EpS
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0,93
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1,34
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1,79
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KGV
min.
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13,4
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9,4
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7,0
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KGV
max.
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18,3
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12,7
|
9,5
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*) in Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle:
eigene Schätzungen GoingPublic Research
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Zahlen
Schon in den
vergangenen Jahren wuchs das 1988 gegründete Unternehmen rapide: Die Umsätze
explodierten von 44 Mio. EUR (2007) über 135 Mio. EUR (2008) auf zuletzt 172
Mio. EUR. Planmäßig sollen es in diesem Jahr rund 230 Mio. EUR sein und
nächstes Jahr – mit Hilfe der Expansionspläne – knapp 300 Mio. EUR. Die
Nettogewinnmarge lag bei 17% (2007), zuletzt bei immer noch enormen 13%. Für
die kommenden Jahre dürften es bis zu 15% sein, Wachstum hin oder her – wir
reden hier von China. Wer so profitabel ist, der muss auch etwas für seine
Aktionäre tun, und so fasst Joyou ab kommendem Jahr eine Ausschüttungsquote von
mindestens 20% ins Auge. Das wären rund 0,33 Euro je Aktie.
Fazit
Mit dem Börsengang
möchte Joyou seinen Bekanntheitsgrad steigern und seine Expansion finanzieren.
Beides dürfte gelingen. In seiner Vergleichsgruppe (z.B. Villeroy, Burgbad
u.ä.) macht das Familienunternehmen auf Anhieb einen attraktiven Eindruck. Wir
raten zu einer Zeichnung.
Falko Bozicevic
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Joyou AG - Emissionsparameter
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WKN
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A0W
MLD
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Erstnotiz
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30. März
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Zeichnungsfrist
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bis max. 26. März
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Preis
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12,50 bis 17 Euro
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MarketCap
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300 bis 407 Mio. Euro
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Marktsegment
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Prime Standard
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Emissionsprospekt
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ja
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Emissionsvolumen
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7 Mio. Aktien aus einer
Kapitalerhöhung,
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weitere 1,05 Mio. als
Greenshoe von Alteigentümern;
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Emissionsvolumen
87 bis 137 Mio. Euro
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Konsortium
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Macquarie,
CICC (Co-Lead); DZ Bank, WestLB u.a.
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Free Float
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max.
33,6 %
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Internet
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www.joyou.de
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