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Wenn nichts dazwischen kommt, dann sollten die Aktien des dänischen Erneuerbare-Energien-Dienstleisters am 9. Dezember im Prime Standard debütieren. Die Preisspanne von 9 bis 13 Euro blieb deutlich unter den im Emissionsprospekt veranschlagten Zielen. Die Equity Story stimmt, das Marktsentiment liefert jedoch gerade mal wieder Gegenwind.
Das 2003 gegründete
Unternehmen fokussiert ausschließlich die Stromerzeugung mittels erneuerbarer
Energien, namentlich Wind und Solar. Scan Energy projektiert („Greenfields“)
und betreibt Wind- und Solarparks in den wichtigsten europäischen Ländern. Zum letzten
Stichtag (30.9.) betrug die Gesamtleistung „under Management“ 514 MegaWatt
(MW), davon 369 MW direkt im Besitz von Scan Energy. Weitere 283 MW sind in der
Konstruktionsphase und rund 1,6 GigaWatt in der Entwicklungspipeline. Für Ende
2012 liegt die Messlatte bei zusätzlichen 750 MW „under Management“.
Umsatz mit Wind, Erträge mit Sonne
Die 514 MW teilen sich wiederum auf in 88 % Wind- und 12 %
Solarenergieprojekte. Diese Verteilung wird sich im Zuge anstehender
Realisierungen leicht zugunsten Solar verbessern (78% zu 22%), angefacht durch
viermal höhere Einspeisevergütungen für Solarstrom – nach derzeitigem Stand
jedenfalls. So ist interessant, dass auf Basis der Neunmonatszahlen 57 % der
Erlöse mit Windenergie generiert wurden, während Solarstrom jedoch 69 % der
Erträge bescherte. Das Windgeschäft ist deutlich „windiger“, will heißen:
volatiler. In diesem Jahr lag das Windaufkommen rund 20 % unter dem
langjährigen Durchschnitt (siehe auch das Interview mit CEO Karsten Olsen im
GoingPublic Magazin 12/2009).
Die mit dem Wind tanzen
Gleichwohl kletterte der Umsatz nach drei Quartalen im Jahr 2009 um 40 %
gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 71,2 Mio. Euro. Saisonal sind das erste und
vierte Quartal die entscheidenden, so dass die Erlöse in diesem Jahr rund 100
Mio. Euro erreichen dürften. Bei einer EBIT-Marge von rund 25 % liefe das auf
25 Mio. Euro hinaus. Aufgrund hoher Finanzierungs- und Investitionsaufwendungen
wird dieses Jahr unter dem Strich im Minus bleiben. Das könnte sich schon 2010
ändern, wenn mit Hilfe des Emissionserlöses der Eigenanteil an den
Projektfinanzierungen erhöht werden kann. Eine schwarze Null wäre dann möglich.
Kredite bei den Projektierungen werden in der Regel innerhalb der ersten zehn
Jahre zurückgeführt, so dass über die restliche Laufzeit – weitere 10 bis 20
Jahre – den Ertragsströmen praktisch keine Aufwendungen mehr gegenüber stehen.
Daher werden die „richtigen“ Erträge erst in den kommenden Jahren auflaufen,
während sich Scan derzeit in der kapitalintensiven und daher kostspieligen
Investitionsphase befindet. Oder anders ausgedrückt: Wer Wind ernten will, muss
erst einmal ordentlich säen.
Scan Energy – Geschäfts- und Kennzahlen
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2008
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2009e
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2010e
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Umsatz*
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69,1
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100,0
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200,0
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Nettoergebnis*
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1,0
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-10,0
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1,0
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EpS
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0,02
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-0,24
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0,02
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KGV min.
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-
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neg.
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-
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KGV max.
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-
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neg.
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-
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*) in Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle: eigene
Schätzungen GoingPublic Research
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Börsengang
Angeboten werden 17,5 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Nur die
Mehrzuteilungsoption in Höhe von max. 2,625 Mio. Papieren stammt von
Altaktionären. Die Bookbuildingspanne wurde mit 9 bis 13 Euro festgesetzt, das
ist klar unterhalb des Prospekts, wo noch indirekt von 13 bis 16 Euro
ausgegangen wurde. Aufgrund des losgelösten Preisfindungsverfahrens lag eine
Woche zwischen IPO-Pressekonferenz und Bekanntgabe der Bookbuildingspanne. Mit
dem Emissionserlös sollen vorwiegend zeitnah anstehende Projekte in Italien und
Polen finanziert werden. Inklusive Ausübung des Greenshoes läge der Streubesitz
bei max. 49 %, nach Definition der Deutschen Börse sogar bei fast 70 %, da Scan
schon heute über ca. 120 Aktionäre verfügt. An die Frankfurter Börse zu gehen,
erscheint nahe liegend, wenn man sich vor Augen führt, dass Deutschland in
punkto erneuerbare Energien das europäische Musterland ist und sich Scan
hierzulande in eine umfangreiche Peergroup aus Wind- und Solarunternehmen
einreihen kann. Hier muss sich Scan, obwohl nicht 100 %-ig vergleichbar, dann
aber auch in Kürze mit den KGVs einer Nordex (2010e: ca. 17-20) und REpower
(ca. 16-20) messen.
Vorbörsliche Indikationen
Im Pre-IPO-Handel liegt die Spanne derzeit nur bei 9 Euro (Verkauf) zu 10 Euro
(Kauf). Die Erfahrung vergangener Börsengänge zeigt, dass man sich auf die
Geld-Brief-Spanne allein nicht verlassen sollte, da das Handelsvolumen – falls
denn überhaupt vorhanden – entscheidend ist. Allerdings erhält man eine gewisse
Indikation, ob die Nachfrage eher gut oder schlecht ist. In diesem Fall
bedeutet es, dass die Dänen trotz deutlich niedriger gewählter
Bookbuildingspanne noch nicht gerade einen Ansturm auf ihre Aktien auszulösen
in der Lage waren, obwohl das Feedback von der Roadshow dem Vernehmen nach gut
sein soll. Wenn Hochtief Concessions, wie sich die letzten Tage andeutete, sein
Börsendebüt absagt, könnte das Sentiment auch für Scan Energy einen schweren
Schlag bekommen.
Fazit
Die Dänen würden den deutschen Kurszettel bereichern. Klimaschutz, Versorgungssicherheit
und Kostenkonvergenz (zwischen Strom aus erneuerbaren und fossilen
Energiequellen) werden ständige Wegbegleiter sein und bleiben, was sich nicht
erst seit heute an der deutschen Börse widerspiegelt – dazu reicht ein Blick in
den TecDAX. Die Chancen für ein gelungenes Börsendebüt hätten gut gestanden, da
die Preisspanne nicht strapaziert wurde, jedoch begann die Börse in den letzten
Tagen gerade wieder etwas nervös zu werden. Zumindest wird dies gern als
Ausrede genommen, wenn man sich nicht festlegen möchte – der DAX steht immerhin
praktisch auf Jahreshoch. Wer auf Nummer Sicher gehen will, wartet den
Börsenstart ab (plangemäß am 9. Dezember), alternativ halten wir eine Zeichnung
am unteren Ende für vertretbar.
Scan Energy – Emissionsparameter
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WKN
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A0Y EEQ
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Erstnotiz
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voraussichtlich 9. Dezember
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Zeichnungsfrist
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bis 7. Dezember
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Preis
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9 bis 13 Euro
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MarketCap
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ca. 373 bis 538 Mio. Euro
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Marktsegment
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Prime Standard
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Emissionsprospekt
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ja
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Emissionsvolumen
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17,5 Mio. Aktien aus Kapitalerhöhung,
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weitere 2,625 Mio. als Greenshoe von
Altaktionären;
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Emissionsvolumen
181 bis 262 Mio. Euro
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Konsortium
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HSBC Trinkaus;
Société Générale, Macquarie
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Free Float
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max. 48,6 %
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Internet
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www.scan-energy.com
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Falko Bozicevic
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